Forschungsquartett | Wassermanagement in der Mongolei

Wasser für die Zukunft

15.01.2019

Die Industrialisierung schreitet voran. Und macht sich auch in Regionen und ihrer Natur bemerkbar, die bisher noch vom Menschen unberührt geblieben sind. Um gegen die Belastung der Gewässer einzuschreiten, forschen Wissenschaftler seit zwölf Jahren in der Mongolei. Herausgekommen ist ein Wassermanagement, dass als Blaupause für ähnliche Länder dienen soll.

Wasser – Eine wertvolle Ressource

Wasser ist auf der Erde eigentlich im Überfluss vorhanden. Als Trinkwasser nutzbar ist davon aber nur ein verschwindend geringer Anteil. Von den 1,4 Milliarden Kubikkilometern, bleiben dem Menschen weniger als ein Prozent. Der Rest ist versalzen oder liegt als Eis und Schnee gefroren vor. Dieses nutzbare Wasser regeneriert sich permanent selbst. Der Wasserkreislauf führt von der Atmosphäre, über den Boden, in das Grundwasser und wieder in die Oberflächengewässer. Ein ausgeklügeltes System, das nicht überlastet werden will. Momentan nutzt die Weltbevölkerung circa ein Drittel. Tendenz steigend.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Mensch für seinen Bedarf nur soviel Wasser benutzt, wie sich natürlich nachbildet. Prof. Dr. Dietrich Borchardt, Leiter Forschungsbereich „Wasserressourcen und Umwelt“ des UFZ

Aber auch die Wasserqualität ist entscheidend. Durch das Bevölkerungswachstum, aber auch die zunehmende Verschmutzung der Gewässer durch die Industrialisierung, könnte die natürliche Selbstreinigung des Wasser gefährdet sein. Um zu gewährleisten, dass die Ressource Wasser auch in Zukunft bestehen bleibt, arbeiten Forscher an neuen Techniken und ganzheitlichen Konzepten in der Wassernutzung und -aufbereitung. Einige von Ihnen sind vor zwölf Jahren zum ersten Mal in die Mongolei gegangen, um dort ein großes Forschungsprojekt zu starten.

Blaupause Mongolei

MoMo heißt das Projekt. Der Name ist eine Abkürzung für die „Modellregion Mongolei“. Und genau deshalb sind die Wissenschaftler auch nach Zentralasien gegangen. Einerseits findet man hier viele Gebiete, die von Besiedlung und Industrialisierung noch verschont sind. Andererseits wachsen die Industrie und auch die Städte in der Mongolei rasant. Diese beiden Umstände gibt es so in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt.

Über Wassermanagement in der Mongolei und wie man mithilfe so einer Modellregion nach flexiblen Lösungen für die ganze Welt sucht, hat detektor.fm-Redakteurin Bernadette Huber mit detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz gesprochen.

Dietrich Borchardt ©Sebastian Wiedling UFZDie Mongolei ist eine Modellregion für die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasser. Es ist auch ein Land, in dem es ein schnelles Bevölkerungswachstum und eine schnelle Veränderung im Wirtschaftsverhalten gibt.Prof. Dr. Dietrich BorchardtLeiter Forschungsbereich „Wasserressourcen und Umwelt“ des UFZ