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Bild: sorayut | shutterstock

Forschungsquartett | Themenschwerpunkt Wert

Ist es das wert?

Warum wird in Deutschland die soziale Ungleichheit immer größer? Was sind die Kosten einer perfekten Immunität? Und wie kommt es dazu, dass der Staat wirtschaftspolitisch so aktiv ist? Wir haben uns im Forschungsquartett mit dem Thema „Wert“ auseinandergesetzt und mit drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Max-Planck-Gesellschaft über ihre Forschung gesprochen.

Das Forschungsquartett – dieses Mal in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft

Wer hat, dem wird gegeben

Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Trotzdem wächst die soziale Ungleichheit in der Bevölkerung. Circa 35 Prozent des Gesamtvermögens gehört einem Prozent der Deutschen. Lisa Windsteiger vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen hat in einer Studie untersucht, warum es zu einem Anstieg von Ungleichheit in der Gesellschaft kommt, aber nicht gleichzeitig auch zu einem Anstieg der Nachfrage nach Umverteilung in der Bevölkerung.

Die Gesellschaft ist sehr stark gespalten oder segregiert in dieser Hinsicht. Man kommt hauptsächlich mit Menschen in Kontakt, die aus einem ähnlichen sozialen Milieu kommen und die dann auch ähnliches Einkommen und ähnliche Bildung haben.

Lisa Windsteiger, Ökonomin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen

Lisa Windsteiger, Ökonomin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen© Christa Manta, MPG

Soziologie öffentlicher Finanzen

Die sozialen Ungleichheiten zwischen Ländern und innerhalb von Ländern nehmen zu. Doch wer ist Schuld daran? Dieser „Markt“ oder dieser „Kapitalismus“? Es ist schwer, sich unter so abstrakten Begriffen etwas vorzustellen. Deswegen lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Menschen zu richten, die Wert tatsächlich verwalten – zum Beispiel diejnigen Akteurinnen und Akteure, die in den Zentralbanken Entscheidungen treffen. Dazu forscht Leon Wansleben. Er leitet die Forschungsgruppe „Soziologie öffentlicher Finanzen und Schulden“ am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.

Eine sehr gute Methode ist eine ethnografische. Also indem man in die Organisation geht und wirklich sehr genau versucht, dort zu beobachten. Was sind die praktischen und intellektuellen Probleme, mit denen die Akteure zu tun haben?

Leon Wansleben, Soziologe

Der Preis der Immunität

Wert steht oft in Zusammenhang mit Geld. Aber „Wert“ kann zum Beispiel auch ein moralischer Wert sein oder ein Preis, den man zahlt, wenn man einen Kompromiss eingeht.  Zu einem „Immunologischen Kompromiss“ forscht Tobias Lenz vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Dafür schaut er sich das „adaptive Immunsystem“ an, also den Teil des Immunsystems, der wandelbar ist und sich an bestimmte Krankheitserreger anpasst.

In dieser Folge vom Forschungsquartett zum großen Thema „Wert“ haben sich detektor.fm-Redakteurinnen Lara-Lena Gödde und Leora Koch mit einer Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftlern der Max-Planck-Gesellschaft über ihre Forschung unterhalten.