Frag Mutti | Obst und Gemüse lagern, aber wie?

Was tun gegen Erdbeeren im Pelzmantel?

13.07.2016

Ein saftiges Stück Melone oder ein knackiger Salat. Das sind perfekte Snacks, gerade bei heißen Temperaturen. Doch allzu oft landen die einstigen Prachtstücke aus dem Obst- und Gemüseregal schneller als gedacht im Bio-Müll. Der Grund: falsche Lagerung.

Es geht so schnell: Gestern vollbeladen aus dem Supermarkt gekommen, heute Enttäuschung beim Griff in die Obst-Schale. Die Himbeeren sind matschig, Pfirsiche haben Dellen und ein grau-weißer Pelz hat die Erdbeeren befallen. Was tun, damit Obst und Gemüse auch in sommerlich-warmen Wohnungen frisch bleiben?

Um die leckeren Sommerfrüchte auch tatsächlich genießen zu können, ist es wichtig, schon beim Einkauf auf die Frische von Obst und Gemüse zu achten. Oft verstecken sich gerade bei Beeren bereits vergammelte Früchte in der Schale. Die Schimmelsporen können sich dann schnell über den Rest ausbreiten.

Theoretisch müssten dann nicht alle Beeren aus der Schale weggeworfen werden. Die, die unversehrt sind, kann man auch einfach mit Wasser abwaschen. – Bernhard Finkbeiner, Frag-Mutti.de

Empfindliches Obst wie Beeren hält sich etwa zwei bis drei Tage lang. Am besten sollte es im Kühlschrank gelagert werden.

Entscheidend sind Temperatur und Nachbarschaft

Obst und Gemüse können richtige Diven sein – zumindest was ihre Lagerung angeht. Nicht jede Sorte mag niedrige Temperaturen. Der Kühlschrank ist also leider nicht immer die Allround-Lösung. Südfrüchte wie Ananas, Mango, Papaya oder Bananen haben es lieber wärmer – so wie in ihrer Heimat.

Und auch die Nachbarschaft ist entscheidend: Bestimmte Obst- und Gemüsesorten reifen nach ihrer Ernte noch weiter. Dabei stoßen sie das Reifegas Ethylen aus. Das wiederum sorgt dafür, dass Früchte und Grünzeug in der Nachbarschaft auch weiter reifen. Erfreulich ist das bei steinharten Pfirsichen, die saftig werden. Eher ärgerlich zum Beispiel bei Brokkoli, der sein saftiges Grün gegen ein ausgetrocknetes Gelb tauscht.

Nachreifende Früchte

  • Ethylen abgebend: u.a. Äpfel, Birnen, Aprikosen, Nektarinen, Pfirsiche, Avocados, Bananen, Kaki, Kiwi, Mango und Papaya, Pflaumen und Tomaten
  • ethylenempfindlich: u.a. Ananas, Auberginen, Beeren, Kirschen, Trauben, Zitrusfrüchte

Die einfachste Lösung wäre natürlich, jeden Tag frisch einzukaufen. Zeit und Lust bleibt dafür allerdings bei den Wenigsten. Welche Tipps und Tricks es für die Lagerung von Obst und Gemüse gibt – darüber hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Bernhard Finkbeiner von frag-mutti.de gesprochen.

Bernhard FinkbeinerMan sollte nicht den Fehler machen, einfach alles in den Kühlschrank zu packen.Bernhard Finkbeiner weiß, wie Obst und Gemüse auch im Sommer frisch bleiben.