Gletscherschmelze nicht mehr aufzuhalten

Schmelzende Zukunft

20.03.2018

Laut einer Studie der Uni Bremen wird ein Drittel aller Gletscher wegschmelzen, egal welche Maßnahmen getroffen werden. Können wir da nur hilflos zusehen?

Langfristige Gletscherschmelze

Der Klimawandel sorgt dafür, dass Gletscher schmelzen. Soweit so bekannt. Forscher der Universität Bremen haben in einer aktuellen Studie aber herausgefunden, dass ein Drittel aller Gletscher verschwinden werden und selbst die ambitioniertesten Umweltschutzmaßnahmen diesen Prozess nicht mehr aufhalten können.

Grund dafür ist, dass sich Gletscher nur sehr langsam auf Klimaveränderungen einstellen. Umweltschutzmaßnahmen, die heute getroffen werden, wirken sich also erst in vielen Jahren auf das Gletschereis aus.

Wenn wir uns jetzt Mühe geben den CO2-Ausstoß zu verringern, dann müssen wir eben fast einhundert Jahre warten, bis wir davon die Erfolge sehen. – Ben Marzeion, Klimageograph an der Uni Bremen

Gletscher als Wasserspeicher

Gletscher dienen aber auch als Süßwasserspeicher und sind für Ökosysteme dadurch auf ganz verschiedene Arten wichtig. Zum Beispiel vesorgen sie ihre Umgebung ständig mit Wasser. Dadurch wächst rund um Gletscher eine Vielfalt an Pflanzen, durch die sich wiederum Tiere ansiedeln. Das Gletschereis ist aber auch eine wichtige Trinkwasserreserve.

Wir haben die Möglichkeit, mehr als die Hälfte des Eises zu retten. – Ben Marzeion

Außerdem stabilisieren Gletscher die Bodenstruktur der Berge. Kurzfristige Folgen der Gletscherschmelze können dann zum Beipsiel Erdrutsche sein. Langfristige Folgen sind dann aber auch Wasserknappheit auf der einen Seite und ein steigender Meeresspiegel auf der anderen Seite.

Über die Folgen der Gletscherschmelze und den Nutzen von Umweltschutzmaßnahmen hat detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz mit Ben Marzeion gesprochen. Er ist Klimageograph an der Universität Bremen und hat an der aktuellen Studie mitgearbeitet.

Ben Marzeion. Foto: echo tirol / FriedleDer Anstieg des Meeresspiegels bedeutet, dass es jedem Land anzuraten ist, sich auf entsprechende Küstenschutzmaßnahmen einzustellen. Ben Marzeionist Klimageograph an der Uni Bremen. Foto: Echo Tirol / Friedle 

Redaktion: Lukas Gilbert