Green Radio | Kompostierbare Elektronik zum Ausdrucken

Der leuchtende Milchkarton für die Biotonne

18.02.2016

Elektronik für die Bio-Tonne? Am Karlsruher Institut für Technologie arbeiten Forscher daran, die Umwelt vor immer mehr Elektronikschrott zu schützen. Sie forschen an Elektro-Bauteilen aus dem Tintenstrahldrucker, die dann auch noch biologisch abbaubar sind.

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.+++


Massenweise Elektroschrott

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

Die Versuchung ist groß. Der Laptop wird nach einem Jahr langsam, braucht immer mehr Zeit, selbst für die einfachsten Aufgaben. Das Smartphone war auch schon schneller und außerdem hat es einen Sprung im Display. Schwupps, müssen neue Geräte her.

Zwei Millionen Tonnen Elektroschrott landen auf diesem Weg auf dem Müll, allein in Deutschland und das Jahr für Jahr. Sondermüll, der umständlich entsorgt werden muss, weil etliche Bauteile eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit sind.

Und es könnte bald vielleicht noch mehr solch schädlichen Müll geben: Denn mit der Hilfe von Druckern kann man Elektronik jetzt noch günstiger produzieren. Da befürchten viele, dass der Wegwerftrend in der Techniksparte noch weiter zunehmen wird.

Elektronik für den Kompost

Deshalb haben sich Nachwuchsforscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) etwas einfallen lassen. Elektronik zum Ausdrucken – die aber biologisch leicht abbaubar ist. Also kompostierbares Material, dass im Bio- statt im Sondermüll landen kann.

Dazu wollen die Wissenschaftler Leuchtmittel entwickeln, die zum Beispiel einen Milchkarton zum Leuchten bringen können. Dazu arbeiten sie insbesondere an einer speziellen, umweltfreundlichen Tinte, die aber auch mit herkömmlichen Druckern zu verwenden ist.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Nachwuchsgruppe für vier Jahre mit insgesamt 1,7 Millionen Euro.

NilsJürgensen-privatDie Elektronik wird platzsparend und flexibel gedruckt. Wir erwarten in drei bis fünf Jahren ein Produkt wie einen Milchkarton, der leuchten kann. Nils Jürgensenist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 

Um zu erklären, wie das mit der Bio-Elektronik zum Ausdrucken geht, hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Nils Jürgensen von der Forschergruppe Biolicht am Karlsruher Institut für Technologie gesprochen.