Green Radio | Landwirtschaft

EU-Agrarreform: Wo Öko draufsteht, ist noch lange nicht Öko drin

19.06.2014

Ende 2013 ist die EU-Agrarreform beschlossen worden. Sie soll die Landwirtschaft grüner machen. In Wahrheit könnte sie das Gegenteil bewirken, warnen Wissenschaftler.

Wiesen sind Lebensraum für viele Arten. Foto: spatz_2011|
flickr.com | Lizenz: CC BY-SA 2.0

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Landwirtschaft und Umweltschutz – das ist schon immer ein kompliziertes Thema. Umweltschützer werfen Bauern regelmäßig vor, die Natur auszubeuten, Landwirte dagegen sehen in Umwelt-Auflagen oft nur störende Bürokratie. Die EU-Kommission will trotzdem für mehr Ökologie in der Landwirtschaft sorgen – das ist zumindest eines der Ziele der großen Agrarreform, die Ende 2013 beschlossen wurde.

Schadet die Reform mehr als sie nützt?

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Demnach sollen 30 Prozent der Gelder an Landwirte davon abhängig gemacht werden, ob die Bauern umweltfreundlich arbeiten. Lange ist auch darum gefeilscht worden, welchen Anteil sogenannte ökologische Vorrangflächen an den Gesamtflächen eines Hofes  ausmachen sollen – also zum Beispiel Wiesen oder andere ökologisch sinnvolle Nutzungsformen. Am Ende wurden Kompromisse gefunden, die etwa das Bundeslandwirtschaftsministerium als ökologischen Fortschritt betrachtet.

Wissenschaftler sehen das anders. Kürzlich hat das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig im renommierten Magazin „Science“ eine Studie zur Agrarreform veröffentlicht. Demnach ist die vermeintliche Ökoreform Augenwischerei – am Ende könnte sie sogar Schaden anrichten, statt für mehr Umweltschutz zu sorgen.

In „Green Radio“ erklärt Klaus Henle, Leiter des Departments Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und einer der Autoren der Studie, woran es hapert.

Klaus HenleEs ist entscheidend, dass die Mitgliedsländer sicherstellen, dass solche Agrar-Umweltprogramme aufgelegt werden, die wirklich etwas zum Schutz von Biodiversität und der Umwelt beitragen. Und nicht Programme, die in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie für die Umwelt nicht wirklich etwas bringen.Klaus Henleleitet das 'Department Naturschutzforschung' am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung 
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