Green Radio | „The Ocean Cleanup“

Die naive Hoffnung auf saubere Meere

03.07.2014

Geniestreich oder realitätsferne Science Fiction? Der 19-jährige Boyan Slat bekommt derzeit viel Applaus für seine Vision, die Meere vom Plastik zu befreien. Doch es gibt auch Kritiker.

So könnte eine der geplanten Barrieren aussehen - hier in einer Computer-Animation. Rechte: The Ocean Cleanup

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.


In den Weltmeeren schwimmen Millionen Tonnen Plastikmüll. Fische und Vögel sterben, weil sie Plastik mit Nahrung verwechseln. Das Problem ist längst bekannt, jetzt gibt es einen neuen Lösungsansatz: Denn der 19-jährige Niederländer Boyan Slat hat einen Plan entwickelt, wie man in wenigen Jahren einen Großteil des Plastiks wieder aus den Ozeanen fischen könnte.

Es könnte alles so einfach sein

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

Das Projekt nennt sich „The Ocean Cleanup“. Nachdem er die Idee vor mehr als anderthalb Jahren bekannt gemacht hatte, reagierten Fachleute zunächst kritisch. Inzwischen hat Boyan Slat von rund 100 Wissenschaftlern und Ingenieuren eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen.

Auf mehr als 500 Seiten kommen sie zu dem Ergebnis: Das Ganze könnte funktionieren. Nach der Veröffentlichung der Studie hat Slat auch seinen Kritikern geantwortet. Derzeit sammelt er per Crowdfunding zwei Millionen Dollar, um die Idee in die Tat umzusetzen. Anschließend sollen erste Pilot-Anlagen entstehen. Viele Medien sehen darin schon die Rettung der Ozeane. Doch die Machbarkeitsstudie überzeugt nicht jeden.

Kritisch bleibt zum Beispiel Mark Lenz, Experte für marine Ökologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. In Green Radio erklärt er, warum er das Projekt Ocean Cleanup für reine Science Fiction hält.

Mark Lenz forscht auf dem Gebiet der marinen ÖkologieDas ganze Projekt ist nicht realistisch. Das ist in erster Linie eine reine Trockenübung gewesen für Grafiker und Konstruktionszeichner. Das ist reine Science Fiction.Mark Lenzvom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel 

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