Green Radio | Vertikale Landwirtschaft

Salat aus dem Stapel

16.06.2016

Immer mehr Menschen ziehen weg vom Land in die Städte. Ihr Essen aber wird auf den Feldern weiter vor dem Ortseingangsschild angebaut – oder sogar noch weiter weg. Das bedeutet einen ordentlichen Transportaufwand, um beides zusammenzubringen. Eine Lösung könnte die vertikale Landwirtschaft sein.

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.+++


Vertikale Landwirtschaft: Stapel-Technik

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

Hinter der Idee der vertikalen Landwirtschaft verbirgt sich ein Hochhaus für Gemüse und Obst. Fachleute sagen: Es ist landwirtschaftliche Fläche, die in Gebäuden übereinander gestapelt wird. Agrarwissenschaftler finden es schon lange sinnvoll, leicht verderbliche oder schlecht zu transportierende Lebensmittel in der Nähe der Verbraucher zu produzieren. Das erinnert an den klassischen Bauerngarten, in dem vor der Küche das Gemüse wächst, dahinter die Obstbäume und weiter draußen die Getreidefelder.

Visualisations from Talkaoke at Dorchester Middle School. Foto: The People Speak! | flickr.com - CC BY 2.0

Visualisations from Talkaoke at Dorchester Middle School. Foto:
The People Speak! | flickr.com – CC BY 2.0

Weil die Städte immer größer werden und die Wege immer weiter, werden viele Ressourcen für den Transport verbraucht. Anders bei der „vertical farm“, die vertikale Landwirtschaft im Nachbarhaus.

Künstliches Licht, ohne Erde

Damit die Pflanzen auch gestapelt wachsen können, kommt künstliches Licht zum Einsatz, in Form von LEDs. So kann auf der gleichen Grundfläche zehn bis 15 Mal so viel produziert werden, als es in der konventionellen Landwirtschaft möglich wäre. Außerdem kann man von Jahreszeit und Tagesverlauf unabhängig anpflanzen.

Tomatenreihe in Hydrokultur. Foto: Goldlocki | wikimedia - CC BY-SA 3.0

Tomatenreihe in Hydrokultur. Foto: Goldlocki | wikimedia – CC BY-SA 3.0

Weil aber auf Sonnenlicht verzichtet wird, kann das Aroma der Pflanzen leiden. Auch für schädliche Pilze sind die Lebensmittel möglicherweise eher anfällig. Die Forschung arbeitet aber bereits an diesen Problemen.

Forschung zur vertikalen Landwirtschaft

detektor.fm-Redakteurin Insa van den Berg hat mit Nico Domurath, wissenschaftlicher Leiter der Dresdner Integar GmbH, einem Institut für Technologien im Gartenbau, und mit Dr. Susanne Neugart vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt über das Prinzip Vertikale Landwirtschaft gesprochen.

Kräuter Garten by INFARM @ METRO Cash & Carry Deutschland. Foto: INFARM

Kräuter Garten by INFARM @ METRO Cash & Carry Deutschland. Foto: INFARM

Susanne Neugart - privatEine 'vertical farm' muss gar nicht wahnsinnig groß sein. Es kann sie auch im kleinen Maßstab geben. Zum Beispiel im Restaurant, in dem auf zwei Ebenen Kräuter übereinander wachsen. Direkt in der Küche. Dr. Susanne Neugart vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt. Foto: privat 

Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Eichler stellt Redakteurin Insa van den Berg den Hightech-Acker vor.

nico domurath - privatDie vertikale Landwirtschaft ist nicht besser als die konventionelle, aber eine sinnvolle Ergänzung.Nico Domurathist wissenschaftlicher Leiter der Dresdner Integar GmbH, Institut für Technologien im Gartenbau. Foto: privat 

Green Radio gibt es jeden Donnerstag und auch als Podcast.