Green Radio | Waldbrandgefahr

"Für den Wald ist das gerade bestes Sommerwetter"

11.08.2016

Während es in den letzten Sommern ständig Warnrufe gegeben hat, scheint nun klar: Bei so viel Regen kann Waldbrandgefahr in Deutschland doch gerade gar kein Thema sein. Stimmt aber leider nicht.

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.+++


In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Kanaren: Auf La Palma hat ein Mann unabsichtlich einen Waldbrand entfacht, weil er nach seiner Notdurft in der freien Natur das benutzte Toilettenpapier verbrannt hat.

Portugal: Nach wochenlanger Trockenheit kämpft die Feuerwehr dort gerade gegen mehr als 700 Waldbrände. Das Feuer breitet sich in den Eukalyptuswäldern besonders schnell aus.

USA: In Kalifornien sind bereits dutzende Häuser und 270 Quadratkilometer des Los Padres National Forest zerstört worden. 5.000 Feuerwehrleute sollen im Einsatz sein. Der Bundesstaat ist sehr häufig von Waldbränden betroffen.

Der bislang größte Waldbrand in Deutschland hat vor mehr als 40 Jahren gewütet. Am 8. August 1975 sind dabei in der Lüneburger Heide und dem Wendland 8.000 Hektar Wald vernichtet worden. Damit sich so etwas nicht wiederholt, gibt es inzwischen für Forstleute ein spezielles Warnsystem, mit dem sie besorgniserregende Veränderungen beobachten können.

Kiefernwälder mit hoher Waldbrandgefahr

Denn nachwievor gibt es Regionen in Deutschland, in denen die Waldbrandgefahr ein hohes Risiko darstellt: Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Teilen von Niedersachsen. Besonders anfällig sind Kiefernwälder, wie sie hauptsächlich in Nordostdeutschland vorkommen. Die Kronen dieser Bäume sind nämlich besonders lichtdurchlässig; deshalb ist es in diesen Wäldern auch wesentlich wärmer als im Laubwald. Der Boden trocknet demzufolge schneller aus. Darüber hinaus verrotten die Kiefernnadeln langsam. Ein solcher Teppich trockener Kiefernnadeln auf dem zeitgleich trockenen Waldboden ist leicht entzündlich.

2015: 312 Waldbrände allein in Brandenburg

Bundesweit hat es 2015 in Brandenburg am häufigsten echten Waldbrand-Alarm gegeben. Mit insgesamt 312 Waldbränden liegt die Zahl dort zudem fast dreimal so hoch wie im Jahr zuvor. Betroffen gewesen ist eine Fläche von 321 Hektar; gemessen in Fußballfeldern sind das etwa 440.

Trotz regelmäßiger Niederschläge liegt die Warnstufe dort auch im Moment auf einem mittleren Niveau. Der Deutsche Wetterdienst zeigt Waldbesuchern an, welches Risiko aktuell in ihrem Bundesland besteht.

Verhaltensregeln im Wald

Unabhängig davon ist offenes Feuer im Wald verboten: also das Rauchen, Grillen und Zünden von Lagerfeuern. Auch Privatautos haben auf Waldwegen nichts zu suchen. Trockenes Laub kann sich durch heiße Motoren oder Katalysatoren entzünden und Waldbrände verursachen. Bei sehr hoher Waldbrandgefahr empfehlen Experten, die betroffenen Waldgebiete komplett zu meiden.

detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser spricht mit Reiner Baumgart von den Niedersächsischen Landesforsten über die Waldbrandgefahr in Deutschland.

WaldbrandDie Forstleute sind schon seit Jahren bemüht, die Wälder so umzubauen, dass die Waldbrandgefahr sich verringert. Dazu werden insbesondere Laubbäume gepflanzt. Reiner Baumgart ist Regionaler Pressesprecher Nord-Ost-Niedersachsen der Niedersächsischen Landesforsten. 

Green Radio gibt es jeden Donnerstag und auch als Podcast.