Grippe-Welle breitet sich aus

Krankenhaus-Stationen lahmgelegt

08.02.2017

Husten, Fieber und Halsschmerzen haben gerade wieder Saison. Doch sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. In Süddeutschland haben Grippe- und Noroviren Epidemien ausgelöst, die zeitweise Krankenhäuser dazu gezwungen haben, Stationen zu schließen. Jetzt breitet sich die Welle weiter aus.

Mit vereinzelten regionalen Grippe-Epidemien hat es in Süddeutschland angefangen. Inzwischen breitet sich die Grippe-Welle auch im Rest Deutschlands aus. Besonders betroffen sind aktuell Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie die östlichen Bundesländer. In Bayern mussten Krankenhäuser sogar zeitweise Stationen schließen.

Grippe ist keine Erkältung

Grippe hat nichts mit der harmlosen Erkältung zu tun. Sie kann speziell bei Kindern, chronisch Kranken oder alten Menschen tödlich enden. Erkrankte Risikopatienten müssen ärztlich behandelt werden. In einigen Krankenhäusern in München und Nürnberg weiß man schon nicht mehr, wohin mit den Grippepatienten. Da auch das Pflegepersonal nicht von Infektionen verschont bleibt, werden die Kapazitäten einigerorts knapp. Wie schwer die Welle wird, ist noch unklar.

Übeltäter wandeln sich

Verantwortlich für die derzeitigen Epidemien sind Influenza-Viren, aber auch das Norovirus. Das „eine Virus“ gibt es in beiden Fällen nicht. Es existieren verschiedene Arten, die für den Menschen mal mehr, mal weniger gefährlich sein können. Speziell das Influenza-Virus ist dafür bekannt, sich schnell zu verändern. Darum bietet auch eine Grippeimpfung nie einen vollständigen Schutz. Da es sich nicht um Bakterien handelt, helfen Antibiotika nicht.

Was macht Influenza gefährlich?

Influenza legt sich auf die Atemwege und löst Fieber aus. Beide Viren können bei der Grippe zu starkem Durchfall und Erbrechen führen. Hierbei ist besonders der damit verbundene Flüssigkeitsverlust gefährlich. Daher ist es für Betroffene wichtig, trotz eines flauen Magens Flüssigkeit und leicht bekömmliche Nahrung wie Suppe, Tee, Zwieback und Knäckebrot aufzunehmen.

Wie schütze ich mich?

Wer zu Risikogruppen gehört, sollte sich unbedingt impfen lassen. Auch wenn dadurch nur ein relativer Schutz geboten wird. Außerhalb des Körpers halten sich die Viren lange auf Gegenständen. Daher sollte man sich regelmäßig die Hände waschen. Direkten Körperkontakt zu Erkrankten sollte man vermeiden.

Was es mit den derzeitigen Epidemien auf sich hat und wie bedenklich die Lage wirklich ist, hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut besprochen.

Glasmacher 47 - Portrait Foto RKI BredowMan muss einkalkulieren, dass man krank wird – trotz Impfung. Die gute Nachricht: Der Verlauf der Krankheit ist in der Regel milder, wenn man geimpft ist. Einen gewissen Teil der Geimpften schützt die Impfung natürlich.Susanne Glasmachermahnt zur Vorsorge in der Grippezeit.  

Redaktion: Alexander Goll