Weltklimarat-Report zu Klimawandel und Landwirtschaft

Eine neue Landwirtschaft?

08.08.2019

Der Weltklimarat hat seinen Sonderbericht zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Landwirtschaft vorgelegt. Einerseits braucht die wachsende Weltbevölkerung mehr Nahrungsmittel, andererseits hat mehr Landwirtschaft negative Folgen auf Klima und Umwelt. Wie lässt sich das Problem lösen?

Landwirtschaft und Klimawandel

Die Weltbevölkerung wächst stetig. 2030 werden schätzungsweise 8,5 Milliarden Menschen die Erde bewohnen. Um die alle zu ernähren, muss immer mehr Nahrung produziert werden und das heißt, immer mehr Flächen müssen für die Landwirtschaft bereitgestellt werden. Die zunehmende landwirtschaftliche Nutzung der Böden hat allerdings einen erheblichen Einfluss auf das Klima. Für Weideland werden zum Beispiel große Waldflächen gerodet, die dann kaum mehr CO2 speichern können.

Der Weltklimarat (IPCC) hat dazu nun einen Sonderbericht vorgelegt, in dem der Zusammenhang von Landwirtschaft und Klimawandel untersucht wird. Klar ist: Die Nutzung der Böden spielt eine entscheidende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel.

Braucht es mehr Ackerfläche?

Bereits jetzt werden etwa 70 Prozent der eisfreien Flächen der Erde für die Landwirtschaft genutzt. Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, braucht es allerdings nicht zwangsläufig eine Ausdehnung der bewirtschafteten Böden. Eher ist eine effektivere Nutzung der Fläche nötig.

Im Grunde ist es eine Frage der Intensivierung. Wenn wir unser Management der bestehenden Anbauflächen verbessern, können wir viel tun. Im Bereich der Pflanzenforschung sind wir permanent auf der Suche nach Sorten, die mehr einbringen. Wir brauchen nicht notwendigerweise mehr Flächen. – Harry Vereecken, Leiter des Instituts für Bodenforschung am Forschungszentrum Jülich

Über den Sonderbericht des Weltklimarats zu Landwirtschaft und Klimawandel hat detektor.fm-Moderatorin Yvi Strüwing mit Harry Vereecken gesprochen. Er ist Leiter des Instituts für Bodenforschung am Forschungszentrum Jülich.

KlimawandelKlimaschutz ist ein vielfältiger Komplex, die Landwirtschaft ist ein Element darin. Wir können Emissionen minimieren, indem wir den Anbau anpassen, die Moorböden besser schützen, dass sie weniger CO2 emittieren, die Speicherkapazität der Wälder stabilisieren und steigern, etwa durch Aufforstung. Harry Vereeckenforscht zu Böden am Institut für Bio- und Geowissenschaften des Forschungszentrums Jülich. 

Redaktion: Jonas Dietz und Leora Koch