Was ist dran an den Mythen zum Schlaf?

Schlaf: Fängt der frühe Vogel den Wurm?

26.03.2015

Zu kaum einem Thema gibt es so viele Alltagsweisheiten wie zum optimalen Schlaf. Wie wir am besten schlafen, dazu gibt es 1000 Meinungen. Aber was ist dran? Wir sprechen über einige der bekanntesten Mythen.

Es gibt Apps, die die optimale Schlafzeit berechnen, und Nasenpflaster, die verhindern, dass notorische Schnarcher nicht die halbe Nachbarschaft wecken. Denn Schlaf brauchen wir eben genauso wie Luft zum Atmen. Für die Forschung ist der Schlaf besonders aufgrund seiner Funktionen interessant. Schlaf dient nämlich nicht nur der Erholung, sondern auch der Stärkung des Gedächtnisses. Leider gehen bei vielen Menschen das Schlafbedürfnis und die tatsächliche Schlafdauer ziemlich auseinander.

Wie viel Schlaf ist genug?

In Deutschland liegt die durchschnittliche Schlafdauer bei sieben Stunden – eigentlich zu wenig. – Professor Michael Schredl

Zu langes Schlafen ist aber nicht automatisch besser. Bis zu neun Stunden wird in der Schlafforschung als normal angesehen. Alles was darüber hinausgeht, könnte schon mit einer Schlafstörung in Verbindung stehen, vor allem wenn man sich tagsüber trotzdem müde und erschopft fühlt.

Subjektive Faktoren spielen für den Schlaf aber auch eine große Rolle. Ist die Lieblingsbettwäsche aufgezogen? Sind die Brotkrümmel vom Frühstück wieder vom Laken gefegt? Und ist das Handy auch wirklich aus? Na, dann stehen die Chancen für einen guten Schlaf schonmal gar nicht so schlecht.

Der Biorythmus gibt auch im Schlaf den Takt an

Zeitumstellungen stellen unseren Körper auf den Prüfstand. Schon bei einem Jetlag von einer Stunde kann unser Biorhythmus aus dem Takt gebracht werden. Davor, dem mit Gewalt oder gar mit Medikamenten entgegen zu wirken, raten Schlafforscher ab. Mit Geduld und Ruhe pendeln sich die biologischen Rythmen oft wieder ein. Wer Schlafstörungen langfristig vorbeugen will, muss nur ein paar Kleinigkeiten beachten: Nicht jede Woche quer durch die Zeitzonen reisen und natürlich immer in etwa zur selben Zeit ins Bett gehen.

detektor.fm-Moderatorin Marie Kaiser hat mit Professor Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim darüber gesprochen. Er leitet dort die Schlafforschung.

Schlafforscher Michael SchredlFür die Forschung ist der Schlaf deshalb interessant, weil im Schlaf wichtige Erholungsfunktionen und Gedächtniskonsolidierung stattfindet.Prof. Michael Schredlist wissenschaftlicher Leiter der Schlafforschung am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim