Neue Studie: Joggen erhöht Lebenserwartung signifikant

Joggt um euer Leben

24.04.2017

Eine neue Studie aus den USA sagt: Wer joggt, lebt länger. Deutlich länger. Eine Stunde Joggen bringt demnach, statistisch gesehen, sieben Stunden mehr an Lebenszeit. Joggen verringere die Wahrscheinlichkeit, verfrüht zu sterben, um satte 40 Prozent. Keine andere Sportart erziele solch hohe Effekte, so die Forscher. Was aber sagen uns solche Zahlen? Und ist Joggen jetzt wirklich die gesündeste Sportart aller Zeiten?

Joggen für ein längeres Leben

Nur eine Stunde Joggen verlängert demnach das Leben um ganze sieben weitere Stunden. Regelmäßiges Joggen senkt sogar die Wahrscheinlichkeit, verfrüht zu sterben: um 25 – 40 Prozent! Das schreibt die New York Times und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Studie aus den USA. Die beschäftigt sich mit dem Einfluss von Joggen auf die Lebenserwartung.

Laufen sei der perfekte Sport für Menschen mit wenig Zeit. Denn verglichen mit anderen Sportarten erziele man dieselben Effekte in der Hälfte der Zeit. Walking, Radfahren, Schwimmen: nichts sei effektiver.

Selbst das Vorurteil, Laufen gefährde die Knie, steht der Studie zufolge in einem anderen Licht da. Einen Zusammenhang zwischen Entzündungen im Knie und dem Laufsport habe man nicht finden können.

Viele Zahlen, die sich imposant anhören. Doch sind das wirklich neue Erkenntnisse? Dass Sport gesund ist und das Herzinfarktrisiko senkt, ist ja keine Neuigkeit.

Statistisch lebst du länger

Doch wie so oft: die Zahlen alleine sagen wenig. Max Mustermann und Erika Musterfrau können womöglich ihre Lebenserwartung um drei Jahre erhöhen. Das sagt jedoch nichts darüber aus, was Joggen jedem Einzelnen bringt.

Wer zum Beispiel stark übergewichtig ist oder unter Gelenkproblemen leidet, schadet sich beim Laufen eher. Und wie viel Erfolg das Laufen bringt, wenn man nebenher raucht wie ein Schlot und trinkt wie ein Loch, ist ebenfalls fraglich. Pure Zahlen helfen wenig, wenn man kein Bewusstsein für seinen Körper und eine gesunde Lebensweise hat.

Kein Allheilmittel

Studien wie die erst kürzlich veröffentlichte mögen gut für das öffentliche Bewusstsein über Sport sein. Dabei darf man aber nicht außer Acht lassen, dass es für ein gesundes, langes Leben viel mehr braucht, als ein paar Laufschuhe und einen Trainingsplan. Und wer sich auf diese Methode versteift, um den unvermeidlichen Lauf des Lebens zu verlängern, fügt seinem Körper vermutlich mehr schaden zu, als ihm zu helfen.

Es gilt wie bei so vielem: Die Dosis macht das Gift. Wie man wissenschaftliche Erkenntnisse über das Joggen zu verstehen hat und was mit unserem Körper wirklich passiert, wenn wir moderat Sport treiben, das erklärt uns Hans-Georg Predel. Er ist Professor für Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln und war live im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert.

Hans-Georg PredelSport ist gesund, klar, das weiß man. Trotzdem muss man Sport, wenn man den gesundheitlichen Aspekt herausgreift, wie ein Medikament sehen. Es gibt auch eine potenzielle Überdosierung.Prof. Dr. Hans-Georg Predelist Professor für Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. 

Redaktion: Charlotte Muijs