Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo

Helfer kämpfen gegen Epidemie

29.05.2018

Zehn Monate nach der letzten Epidemie ist Ebola wieder auf dem Vormarsch. Im Kongo versucht die Weltgesundheitsorganisation den Virus mit Impfprogrammen einzudämmen. Auch deutsche Helfer sind vor Ort.

Täglich höhere Fallzahlen

Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation 28 Tote durch Ebola im Kongo bestätigt. Die Fallzahlen steigen jedoch wöchentlich. Wie verlässlich die Angaben sind, ist aber fraglich. Erste Symptome treten erst Tage und Wochen nach der Infektion auf. Außerdem gibt es Berichte über Patienten, die aus Kliniken flüchten. Unabhängig von ihren Gründen: Sie steigern das Risiko einer Epidemie zusätzlich. In einer ersten Stellungnahme zeigt sich die Organisation besorgt: Das Virus ist in der Millionenstadt Mbandaka ausgebrochen. Deshalb warnt das internationale Koordinationsteam vor einer schnellen Ausbreitung.

Hier haben wir eine Besonderheit: Die Krankheit ist zum ersten Mal in einer Großstadt aufgetreten (…) Das ist natürlich eine andere Dimension, denn diese Krankheit wird über Kontakt übertragen und prinzipiell ist sowas natürlich in einer großen Stadt leichter, als in entlegenen Urwaldgebieten. – Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert Koch Institut

Das Gesundheitssystem im Kongo ist sehr schwach. Es gibt nur wenige Krankenhäuser und vor allem wenig Personal. Außerdem herrscht in der Gesellschaft ein traditioneller Glaube, weshalb viele Menschen lieber einen Heiler als einen Arzt aufsuchen. Das erhöht die Chancen der Ausbreitung. Daher rüstet die WHO Krankenhäuser vor Ort auf und baut diagnostische Einrichtungen. Das Robert Koch Insititut sendet außerdem Mitarbeiter, um die Bekämpfung zu unterstützen.

Der lange Kampf gegen Ebola

Es ist bei weitem nicht der erste Ausbruch des Virus. Seit der Entdeckung 1976 gab es dutzende Epidemien. Neun davon grasierten in der Demokratischen Republik Kongo. Dort wurde die Krankheit auch das erste mal diagnostiziert: Das erste offizielle Opfer hatte sich damals am Ebola Fluss infiziert, vermutlich durch den Stich einer Mücke. Zwischen 2014 und 2016 fielen über 11.000 Menschen dem Fieber zum Opfer. Wissenschaftler suchen schon seit 1976 nach einem Gegenmittel. Seit letzter Woche erproben sie einen Impfstoff. Dessen Wirkung ist allerdings nicht sicher.

Der Impfstoff ist noch nicht zugelassen. Er wurde aber schon an fast 16.000 Menschen getestet und scheint einen hohen Schutz hervorzurufen. – Prof. Dr. Lothar Wieler

Prof. Dr. Lothar Wieler ist Präsident des Robert Koch Instituts. Mit detektor.fm-Moderator Christian Erl spricht er darüber, warum das Virus immer wieder ausbricht.

Wieler Lothar H - Foto Schnartendorff RKI 2018 Mailvariante_kleinDieses Virus kann man nicht ausrotten, es ist in der Wildpopulation unterwegs.Prof. Dr. Lothar Wielerist jedoch optimistisch, dass der Ausbruch erfolgreich bekämpft werden kann. 

Redaktion: Paul Hildebrand