Künstliches Fleisch

Fleisch aus dem Labor: eine Zukunftsvision?

05.05.2015

Zu viel Fleischkonsum kann ungesund sein und ist ökologisch bedenklich. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung steigt jedoch auch der Bedarf an Lebensmitteln, und damit auch an Fleisch. Wie dieses Dilemma gelöst werden könnte, untersucht nun ein Forschungsteam.

Soja-Alternativen

Soja erhält Konkurrenz. Tofu und Seitan erfreuen sich als eiweißhaltige Fleischersatzprodukte nicht nur unter den Vegetariern schon seit langem großer Beliebtheit.  Selbst Käseprodukte ohne tierische Zutaten gibt es schon. Der neuste Trend in den Naturkostläden ist nun die Hülsenfrucht Lupine.

Konistenz von Fleisch nachahmen

Doch wer Fleischesser aus Überzeugung ist, der läßt sich mit Fleischersatzprodukten nicht unbedingt abspeisen. In dem Forschungsprojekt LikeMeat versuchen Forscher nun Fleisch und seine Konsistenz im Labor künstlich zu erzeugen. Denn auch die einzigartige Textur des Fleisches macht es für viele Konsumenten unentbehrlich.

Mit Fleisch die Welt ernähren

Ein anderer Punkt ist das Problem der Welternährung. Diesem Projekt widmet sich auch die diesjährige Expo in Mailand. Während die Weltbevölkerung stetig zunimmt, nehmen die Ackerflächen zur Lebensmittelproduktion immer mehr ab. Vor allem bei der Fleischerzeugung sind nicht nur Weideflächen für die Tiere, sondern auch Ackerflächen zur Futterproduktion notwendig.

Künstlich erzeugte Fleischprodukte können solche Flächen bei der Produktion sparen und wären damit ein Schritt in Richtung nachhaltigere Lebensmittelproduktion.

Über das Forschungsprojekt „LikeMeat“ und die Zukunft von künstlich hergestellten Fleischprodukten hat detektor.fm-Moderator Andreas Bischof mit dem Lebensmitteltechnologen Raffael Osen vom Fraunhofer Institut gesprochen.

Osen_Anzug_swWir brauchen bis zu 70 Prozent der weltweiten Agrarflächen nur für die Tierfutter-Produktion. Und wenn man sich nun vorstellt, man könnte diese pflanzlichen Proteine direkt verwerten, ohne den Umweg über das Tier, würde man sehr viele Ressourcen einsparen. Raffael Osenarbeitet am Forschungsprojekt LikeMeat mit. Foto: privat 

Redaktion: Simone Müller