Lieferschwierigkeiten für Basisimpfstoffe

Engpass bei zahlreichen Impfstoffen

30.10.2015

Wer jetzt zum Arzt will, könnte sogar schon zu spät dran sein, denn: Es mangelt an Impfstoffen. Das Paul-Ehrlich-Institut warnt, dass aufgrund von Lieferengpässen wichtige Impfstoffe bald knapp werden könnten. Wie schlimm ist die Situation wirklich?

Lange Wartezeiten

Die Leute schniefen und husten schon wieder an allen Ecken und Enden. Nicht immer bleibt es bei einer leichten Erkältung. Bei zwei Dutzend der gebräuchlichen Impfstoffe zum Schutz vor verschiedenen Krankheiten gibt es derzeit Lieferengpässe. Betroffen sind etwa Impfstoffe gegen Grippe, Keuchhusten, Hepatitis, Diphtherie oder Tetanus. Gerade der Impfschutz vor gefährlichen Kinderkrankheiten könne momentan nicht gewährleistet werden, schreibt das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Webseite.

Mangelmonopol

In Europa ist Sanofi Pasteur MSD als einziges Unternehmen auf die Herstellung von Impfstoffen spezialisiert. Sie sind mit der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Mehrfachimpfungen einfach überfordert und kommen momentan mit der Produktion nicht hinterher. Bis Ende des Jahres, versichert das Pharmaunternehmen, sei man aber wieder komplett lieferfähig. Bis dahin sind die Ärzte aufgefordert, auf Alternativen und Handlungsempfehlungen zurück zu greifen.

Gefährlich ist der Engpass nicht. Denn es ist nicht so, dass Impfschutz ausfallen müsste. Es kann bei vereinzenzelten Auffrisch-Impfungen sein, dass diese aufgeschoben werden müssen. – Susanne Stöcker, Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

Woher der Lieferengpass kommt und wie gefährlich er für Deutschland wirklich werden kann, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller mit Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel gesprochen.

Paul-Ehrlich-InstitutDer weltweite Bedarf scheint massiv gestiegen zu sein und das bekommen wir dann auch in Deutschland zu spüren.Susanne StöckerSprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel 

Redaktion: Laura Zachmann und Aniko Bartfai