Mission Energiewende | Der Wald im Klimawandel

Ein neuer Urwald

12.04.2018

In Nordrhein-Westfalen entsteht ein neuer Urwald. 2007 hat der Orkan Kyrill dort 25 Millionen Bäume umgeworfen. An den Brachflächen lässt sich zeigen, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte – und warum er womöglich dem Klimawandel gewachsen wäre.

Mission Energiewende“  Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Deutschland. Eine Kooperation mit LichtBlick und WWF.


Lothar, Kyrill und Friederike

In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegt der Orkan Kyrill über Deutschland. Elf Menschen werden getötet, über vier Milliarden Euro Sachschaden entstehen. Für die Forstwirtschaft wird der Sturm zur Katastrophe. Allein in Nordrhein-Westfalen werden 25 Millionen Bäume umgeworfen. So viele werden sonst in drei Jahren gefällt. Inwiefern sich Winterstürme wie Kyrill, Lothar und Friederike in Zukunft häufen werden, ist allerdings nicht sicher.

Christopher Reyer im GesprächEs ist sehr schwierig ein einzelnes Extremereignis dem Klimawandel zuzuordnen. Für die Winterstürme kann man noch keine eine Aussage treffen, weil die Modelle noch keine eindeutigen Signale liefern.Dr. Christopher Reyerforscht am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) 

Der Wintersturm Kyrill war allerdings auch eine Chance.

Waldumbau

Die Waldbauern wurden durch den Sturm gezwungen, neue Bäume anzupflanzen. So konnten sie den Waldumbau vorantreiben. Neue Laubbäume wachsen dort, wo vorher Fichten waren. So werden Nadel- zu Laub- oder Mischwäldern. Damit sind sie besser auf den Klimawandel vorbereitet.

csm_Andreas_Wiebe_Bild_2__Klaus_Mischka_-_Wald_und_Holz_NRW__54529fa687Vielvalt ist auf jeden Fall ein Stabilitäts- und Sicherheitsfaktor. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im Wald.Andreas WiebeLeiter des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen 

CO2 in Tischen und Stühlen

Dabei sollte man aber darauf achten, wieviel Holz man dem Wald entnimmt. Das mahnt die Waldvision-Studie des Öko-Instituts Freiburg. Laut ihr könnte der Wald der Zukunft weit mehr CO2 speichern als heute. Dazu müssten aber ein Viertel weniger Bäume gefällt werden.

csm_h.boettcher_3_0b1a97bc8fEs ist ein recht plakatives Szenario. Wir haben das auf ganz Deutschland angewandt. Es geht darum, zu zeigen, worauf wir bei der Waldnutzung achten müssen.Dr. Hannes Böttcherarbeitet am Öko-Institut in Freiburg 

Die Bewirtschaftung des Waldes an sich sei aber nicht negativ. Es komme nämlich immer auch darauf an, wie das gefällte Holz genutzt wird. Das meint auch Christopher Reyer vom PIK: „Je nachdem, wie man die Stämme verarbeitet, können die ja einhundert, zweihundert Jahre in Gebäuden vorhanden sein und Kohlenstoff weiter speichern. Das ist ein wichtiger Teil der Debatte.“

detektor.fm-Reporter Christian Eichler ist für „Mission Energiewende“ nach Potsdam, Münster und zum Kyrill-Pfad ins Sauerland gefahren. Dort hat er den Ranger Ralf Schmidt getroffen und sich mit ihm einen heranwachsenden Urwald angesehen.


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"Mission Energiewende" ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF

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Musik: Hymn – Scott Buckley (CC BY 4.0)