Mission Energiewende | Klimawandel und Weinanbau

Wein aus Norddeutschland

22.02.2018

Durch den Klimawandel verbreitet sich der Weinanbau im Norden Deutschlands immer weiter. Die Wetterveränderungen machen es den Winzern allerdings auch schwerer denn je. Immer öfter machen sie sich Sorgen um ihre Ernte.

Mission Energiewende“ – Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Deutschland. Eine Kooperation mit LichtBlick und WWF.


Lange Zeit war das Weinanbaugebiet in Rheinhessen das nördlichste in Deutschland. Das Winzertum hat dort eine fast 1500-jährige Geschichte. Seit immerhin 550 Jahren baut die Familie von Andreas Hattemer dort am Kronenhof ihren Wein an. Doch die Zeiten haben sich geändert, auf Grund des milderen Klimas in Nordeuropa kommen immer mehr Regionen für den Weinanbau in Frage.

CO2 in der Luft nimmt zu

Die FACE-Anlage auf dem gelände der Hochschule Geisenheim.

Seit 2012 versuchen Wissenschaftler der Hochschule Geisenheim mit Hilfe des FACE-Systems (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) zu ermitteln, wie die Weinpflanzen Mitte des 21. Jahrhunderts auf den zunehmenden CO2-Gehalt in der Luft reagieren werden. Seit 2014 läuft das Projekt und hat schon erste Ergebnisse gezeigt.

Wir haben ein gesteigertes Holzwachstum, mehr Blattbiomasse und auch eine höhere Biomasse des Ernteguts festgestellt. – Klimafolgenforscherin Claudia Kammann

Wein aus Ostfriesland

Neben dem steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre verändert sich deutlicher spürbar das Wetter. Der Frühling kommt früher, der Niederschlag nimmt zu, es wird wärmer. So kann zukünftig in immer nördlicheren Regionen Wein angebaut werden.

Sie finden mittlerweile auch einige Exoten in Südengland, Süddänemark, Südschweden. Dies zeigt, dass sich der Weinbau weiter ausdehnen und verbreiten wird. – Manfred Stoll, leitet das Institut für Weinanbau in Geisenheim.

Auch in Norddeutschland werden neue Gebiete für den Weinanbau erschlossen. Die Erste Ostfriesische Winzergenossenschaft plant ab nächstem Jahr nahe Leer Wein anzubauen.

Zukunft ungewiss

Das Wetter gefährdet aber die klassische Weinernte. 2017 war für viele das schlechteste Jahr aller Zeiten. Ein viel zu warmer März ließ die Reben austreiben, Frostnächte im April zerstörten die Triebe und somit einen erheblichen Teil der Weinernte. Zudem haben Schädlinge und Pflanzenkrankheiten bei dem feuchtwarmen Wetter leichtes Spiel.

Sandra Holl und ihr Mann Andreas Hattemer vom Weingut Kronenhof in Gau-Algesheim

Sandra Holl und ihr Mann Andreas Hattemer vom Weingut Kronenhof in Gau-Algesheim. Foto: kronenhof.de

Dass die Landwirtschaft am Klimawandel beteiligt ist, steht für Winzer Andreas Hattemer außer Frage. Darum entschied er sich 2007 seinen Traditionsbetrieb auf ökologischen Anbau umzustellen. Als Vorstandssprecher des Verbandes EcoVin für öko-Winzer engagiert er sich für den umweltfreundlichen Weinanbau und hofft, das noch mehr Winzer sich seinem Weg anschließen.

Natürlich macht so ein warmer Januar Angst, dass wir vielleicht wieder so einen warmen März kriegen, mit den Folgen des frühen Austriebs, gerade nach dem letzten Jahr, das sitzt uns dann noch sehr in den Gliedern. – Öko-Winzer Andreas Hattemer

detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer hat die Winzer besucht und nach deren Umgang mit dem Klimawandel gefragt.


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"Mission Energiewende" ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF

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Musik: Blood – Scott Buckley (CC BY 4.0)