Netzhelden | Wie schnell kann man ein iPhone bauen?

Von Null auf iPhone in 300 Jahren

30.11.2015

Wie schnell könnten wir ein iPhone bauen, wenn wir - mit unserem heutigen Wissen - in der Steinzeit leben würden? Diese Frage stellt ein spannendes Gedankenexperiment.

detektor.fm sammelt für eine neue Vormittagssendung


Dieses Schlamassel haben wir Tim Urban vom erfolgreichen Philosophie-Blog „Wait But Why?“ zu verdanken oder vielmehr einem seiner Freunde. Eines Tages hat ihn der nämlich vor folgendes Gedankenexperiment gestellt:

Die böse Hexe und das iPhone

Eine böse Hexe zerstört alle Dinge, die je von Menschen geschaffen worden sind. Außerdem versetzt sie die Erde in den Zustand von vor 200.000 Jahren. Kurzum: Wir stehen nackt und fröstelnd im Wald und haben keine Ahnung, wohin mit uns. Einzig unser Wissen haben wir behalten und in den Händen halten wir einen Zettel. Auf ihm steht:

Wenn Ihr es schafft, ein fabrikneues iPhone 6S zu produzieren, stelle ich den Zustand der Welt wieder her. Dieser Zettel wird sich gleich in Luft auflösen. Gezeichnet: die böse Hexe.

Die Frage: Wie lange würde die Produktion des iPhones dauern?

Haben Sie schonmal gejagt?

Zugegeben: Das Gedankenexperiment wirkt auf den ersten Blick absurd. Hexe? iPhone? Steinzeit? Aber je länger man sich mit ihm beschäftigt, desto spannender werden die Gedanken. Wie wäre unsere Umgebung beschaffen? Wo ließe sich Wasser finden? Und wie würden wir uns ernähren? Haben Sie schon einmal Ihr Essen selbst gejagt? Wissen Sie, wie man ein Feld bestellt?

Nachdem diese banalen Fragen geklärt und die Menschen versorgt sind, geht es ans Eingemachte: Die Menscheit müsste herausfinden, wie man ein iPhone baut. Das mögen die Mitarbeiter von Apple in Kalifornien zwar wissen, aber wie Rohstoffe abgebaut werden, davon haben sie vermutlich keinen Schimmer.

20, 300 oder 1000 Jahre?

Die Antworten auf die Frage fallen gemischt aus. Manche denken, das Problem ließe sich in 20 Jahren lösen. Andere gehen von 1000 Jahren aus, gesetzt dem Fall, dass sich die Menschheit bis dahin noch nicht vollständig zerstritten hat.

Das Online-Magazin ze.tt hat seine User abstimmen lassen: Die Mehrheit geht von einer Zeitspanne zwischen 101 und 1000 Jahren aus.

Über dieses Gedankenexperiment und seine Faszination hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit ze.tt-Redakteur Manuel Bogner gesprochen.

Manuel BildIm Gedankenexperiment sind so viele Variablen, dass keiner genau sagen kann, wie lange es dauern würde. Deswegen ist es ja so interessant. Es lässt Raum für Spekulationen.Manuel Bognerzerbricht sich für ze.tt den Kopf. Foto: privat. 

Redaktion: Christian Eichler