Neue Elemente im Periodensystem

Uut, Uup, Uus und Uuo

05.01.2016

Müssen jetzt alle Chemiebücher umgeschrieben werden? Das Periodensystem bekommt vier neue Elemente. Die Zahl der bekannten chemischen Elemente beläuft sich nun offiziell auf 118.

Die neuen Elemente sind da

Ihre Namen sind noch alles andere als wohlklingend: Ununtrium, Ununpentium, Ununseptium und Ununoctrium. Doch seit dieser Woche füllen diese vier neuen Elemente die siebte Hauptreihe im Periodensystem der Elemente. Der Internationale Chemikerverband IUPAC hat der Einführung in das wohl bekannteste Periodensystem der Welt zugestimmt.

Was können die Neuen?

Die Neuen gehören zu dem Bereich der superschweren Elemente, die eigentlich nur für wenige Augenblicke existieren, weil sie so schwer sind, dass sie umgehend wieder zerfallen. Sie tragen die Ordnungszahlen 113, 115, 117 und 118. Das bedeutet, dass ihr Atomkern aus 118 Protonen besteht – zum Vergleich: Kohlenstoff, der Baustoff aus dem alle Lebewesen bestehen, hat die Ordnungszahl 6, also 6 Protonen in seinem Kern.

Da die neuen, allesamt radioaktiven Elemente sofort zerfallen, ist die Freude über sie nur von kurzer Dauer. Trotzdem ist ihre Entdeckung bahnbrechend:

Die neuen Elemente sind alle sehr kurzlebig. Die meisten leben nur Millisekunden. Aber durch ihre Existenz konnte der Aufbau von Atomkernen bewiesen werden. – Thomas Müller, Universität Oldenburg

Darmstadtium oder Rutherfordium?

Noch haben die Elemente Platzhalter-Namen. Das wird sich bald ändern. Die Forscher, die sie entdeckt haben, dürfen sich jetzt neue Namen überlegen. Neue Elemente werden normalerweise nach Städten, Ländern, Wissenschaftlern oder mythologischen Figuren benannt:

Eine japanische Arbeitsgruppe hat das Element 113 entdeckt. Da jetzt zum ersten Mal eine asiatische Arbeitsgruppe den Namen bestimmen darf, kann man davon ausgehen, dass es „Japonium“ genannt wird. – Thomas Müller, Universität Oldenburg

Welche Bedeutung die vier neuen Elemente für die Chemie und die Wissenschaft habe, und welche Namen sie tragen werden, darüber hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Thomas Müller gesprochen. Er ist Professor für anorganische Chemie an der Universität Oldenburg.

Thomas MüllerDie neuen Elemente dienen dazu, eine Theorie zu beweisen. Sie gibt uns eine Idee davon, was die Welt im Innersten zusammenhält.Thomas Müllerarbeitet als Professor für anorganische Chemie an der Universität Oldenburg.