Lichtblick im Kampf gegen das Bienensterben

Eine Waffe gegen Bienenkiller?

08.12.2014

Sie ist das drittwichtigste Nutztier Deutschlands und hochgefährdet: Die Honigbiene. Pestizide, Krankheiten und Nahrungsmangel setzen den Honigsammlern zu. Ihr größter Feind aber ist die Varroamilbe. Nun haben Forscher ein Mittel gefunden, das der Milbe den Kampf ansagt.

Sie sind klein, emsig und vom Aussterben bedroht: Bienen bestäuben Wild- und Nutz­pflanzen und bewahren nicht nur die Arten­vielfalt in der Natur, sondern sichern so auch die Versorgung des Menschen. Nach Schweinen und Rindern steht die Honigbiene deshalb an dritter Stelle der wichtigsten Nutztiere in Deutschland. Seit einigen Jahren aber bedroht das weltweite Bienensterben den Bestand der nützlichen Insekten.

Der Lebensraum schwindet

Die Gründe dafür sind vielfältig und komplex: Dazu gehören der massive Einsatz von Pestiziden, die Ausweitung von Mono­kulturen in der Landwirtschaft – und der Befall der Bienen durch Milben. Der größte Feind für die westliche Honigbiene, darin sind sich Wissenschaftler und Imker einig, ist die Varroamilbe.

Ganze Bienen-Völker sterben

Die Varroamilbe stammt ursprünglich aus Asien. Sie gelangte vermutlich durch importierte Bienen schon in den 70er Jahren nach Europa. Die ein bis zwei Millimeter große, braunrote Milbe befällt die Bienen-Brut und tötet ganze Völker. Auch für diesen Winter befürchten die Imker immense Verluste in den Bienenvölkern durch die Milbe.

Neuer Ansatz im Kampf gegen die Milbe

Die Bekämpfung der Milbe mit Chemikalien ist nur begrenzt möglich, denn Rückstände der chemischen Mittel könnten sich im Honig ablagern. Es muss also eine andere Lösung her. Ein Forscherteam der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim hat nun einen Ansatz gefunden, der in der Praxis den Milben den Sex vermasselt und damit ihre Ausbreitung verringern soll. Wie das genau funktioniert, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler mit dem Wissenschaftsjournalisten Gunther Willinger.

GW08-0640Der neue Ansatz mit den Sexualpheromonen wird nicht das Allheilmittel gegen das Bienensterben sein. Man muss an verschiedenen Stellen ansetzen, wenn man will, dass es den Bienen bald besser geht. Gunther Willingerberichtet als Wissenschaftsjournalist über Forschungsansätze gegen das Bienensterben.