On The Rocks | Equipment

Mit der Zahnbürste zum Bouldern?

17.08.2017

"Ein Kletterschuh muss weh tun." Ein Irrglaube, auch wenn die Schuhe in der Tat eng sitzen müssen. Wir haben nachgefragt, worauf es bei der Schuhauswahl ankommt und warum für viele Boulderer auch eine kleine Bürste zum Equipment gehört.

On The Rocks – der Boulder Podcast wird präsentiert von Mammut. Absolute alpine!


Wo drückt der Schuh?

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Wer sein Boulderglück versuchen will, der braucht nicht viel Equipment. Ohne Kletterschuhe geht es dann aber meistens doch nicht. Wer ein Paar kaufen will, stellt schnell fest, dass die Auswahl riesig ist und es gar nicht so leicht ist, den passenden Schuh zu finden. In einigen Outdoorgeschäften können die Sportler die Schuhe vor einem Kauf nicht nur an-, sondern auch ausprobieren. Dafür stehen kleine Kletterwände zur Verfügung.

Und testen sollte der Schuhkäufer auf jeden Fall, raten nicht nur Fachverkäufer. Wichtig ist demnach, drei Fußpositionen zu testen: Wie sicher stehe ich auf der Spitze? Wie stabil fühlt sich die Innenkante an? Und: wie viel Halt habe ich mit der Ferse? Damit die Schuhe die Füße optimal unterstützen, sollten sie zwar eng sitzen, aber weder die Zehen abquetschen noch Schmerzen verursachen, wie viele meinen.

Boulderschuhe gehören zum Boulder-Equipment. Christian Vettermann berät Kunden bei der Schuhsuche.Man hört immer wieder mal, dass der Schuh ein bisschen wehtun sollte. Ich höre dieses Gerücht auch von Kunden immer wieder, aber gerade bei einem Anfänger ist das nicht der Fall. Ein Kletterschuh sollte mit Sicherheit nicht wehtun.Christian Vettermannberät unter anderem Boulderer auf Schuhsuche im Fachgeschäft "Guter Griff". 

Auch Boulderbag und Minibürste gehören zum Equipment

Sind die Füße versorgt, kommen die Hände dran. Denn beim Klettern kommen die ziemlich schnell ins Schwitzen. Zur Grundausstattung in der Boulderhalle gehört für viele Sportler Magnesia, auch unter der englischen Bezeichnung Chalk bekannt. Der weiße Staub ist eine Mischung aus Magnesiumcarbonat und Magnesiumhydroxid, trocknet den Handschweiß und erhöht so die Reibung an den Griffen. Das Ganze gibt’s flüssig, in Pulverform, die aussieht wie Mehl, als Bruchstücke oder als eine Mischung aus beidem. Zum Equipment gehört daher oft auch die entsprechende kleine Tasche, eine Boulder- oder eine Chalkbag.

Boulderer und Buchautor Ralf Winkler schreibt in seinem "Grundkurs Bouldern" auch übers Equipment.Ohne Magnesia zu klettern ist mittlerweile ziemlich unüblich. Gerade in der Halle ist es so, dass die Griffe sehr schnell schmierig werden und auch schmierig bleiben.Ralf Winklerhat das Buch "Grundkurs Bouldern" geschrieben. 

Weil Magnesia die Poren der Griffe verschließt und die dann schmierige Oberfläche das Festhalten erschwert, kommt nicht selten eine Griffbürste ins Spiel. Die kann so aussehen wie eine zu groß geratene Zahnbürste. Damit putzen die Boulderer die Griffe, bevor und bestenfalls nachdem sie die Route geklettert sind.

Schuhe, Chalk und Minibürste können die Sportler in vielen Hallen auch ausleihen. Auf Dauer geht das aber ins Geld. Was Anfänger- von Profischuhen unterscheidet und welches Boulder-Equipment es noch gibt, hat sich detektor.fm-Redakteurin Astrid Wulf unter anderem in einem Kletterladen erklären lassen.


Im Podcast On The Rocks sammeln wir alle Episoden. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.


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