Anschaffen oder Abschaffen? – Prostitution in Deutschland

04.11.2013

Das Prostitutionsgesetz ist in den letzten Tagen wieder in den Vordergrund gerückt: es könnte im Zuge der Koalitionsverhandlungen verschärft werden. Dagegen regt sich lautstarke Kritik - und fordert eine komplette Abschaffung der Sexarbeit.

Nicht jede Prostituierte ist ein Opfer von Menschenhandel - leider aber viele. Foto: © Nils Hamerlinck / flickr

Prostitution abschaffen!“ – das ist die Forderung von Emma-Chefin Alice Schwarzer und 90 weiteren prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern. Auch SPD und CDU sehen Reformbedarf im Bereich der Prostitution – wenn auch nicht ganz so radikal.

Kritiker werfen der Bewegung um Alice Schwarzer jedoch vor, Prostitution grundsätzlich mit Menschenhandel und Zuhälterei gleichzusetzen. Der Tatsache, dass es Frauen – und Männer – gibt, die tatsächlich gerne im Rotlichtmilieu arbeiten, wird nur wenig Beachtung geschenkt.

hat sich mit den Folgen von Prostitutionsgesetzen beschäftigt.Alexandra Rudolphhat sich mit den Folgen von Prostitutionsgesetzen beschäftigt. 

Nicht jede Frau wird zur Prostitution gezwungen

Gibt es überhaupt Reformbedarf beim deutsche Prostitutionsgesetz von 2002? Und ist ein generelles Prostitutionsverbot wirklich der richtige Weg, um Menschenhandel und Missbrauch einzuschränken?

Darüber haben wir mit Alexandra Rudolph gesprochen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Heidelberg und hat an einer Studie zu europäischen Prostitutionsgesetzen mitgearbeitet.

Eine Abschaffung würde dazu führen, dass es eine Parallelgesellschaft gibt! – Alexandra Rudolph