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Unser Müll hat krebserregende Stoffe an die tiefsten Stellen der Meere gebracht. Foto: Juvenile boxfish in Ambon rubbish | CC BY 2.0 | prilfish / flickr.com

Tiefsee als Schadstoffendlager

Die Mülldeponie im Ozean

Plastikflaschen, Schadstoffe und Abfälle der Industrie: Bis in die Tiefsee ist unser Müll vorgedrungen. Dort richtet er erheblichen Schaden an, nicht nur für Meeresbewohner, sondern auch für uns Menschen. Die neueste Alarmmeldung: Es gibt wohl keinen Flecken mehr, der nicht mit Schadstoffen belastet ist.

Ökosystem Ozean

Die Ozeane sind das größte Ökosystem der Erde. Und doch sind sie noch weitestgehend unerforscht. Vor allem über die Tiefsee wissen wir wenig. Klar ist aber: Teile unseres Plastikmülls landen im Meer – kilometergroße Teppiche davon treiben bereits durch die Ozeane.

Tiefsee – Endlager für unseren Müll

Nahe der Meeresoberfläche ist unser Müll schon längst zum Problem für Vögel, Schildkröten, Fische oder Seehunde geworden. Es sieht aber ganz so aus, als würde sich in der Tiefe noch wesentlich mehr Müll anhäufen. In den tiefsten Gewässern, also mehr als zehn Kilometer unter dem Meeresspiegel, konnten Forscher langlebige Schadstoffe der Industrie nachweisen. Die meisten dieser Stoffe, die etwa aus Kühlschränken, Schiffsfarben oder Schmierölen stammen, sind mittlerweile verboten. Was für uns nicht mehr präsent ist, sammelt sich in der Tiefe wie in einem Endlager.

Vergiftete Tierwelt

Eben diese menschengemachten Umweltgifte reichern sich in den Bäuchen der dort unten lebenden Tiere an. Neue Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Flohkrebse in 10.250 Metern Tiefe mit diesen Giften verseucht sind. Außerdem wurde nachgewiesen, dass die Schadstoffe den Hormonhaushalt der Tiere stören und Krebserkrankungen fördern.

Wenn schon die kleinsten Lebewesen in tiefsten Gewässern so stark belastet sind: Wie wirken sich diese Vergiftungen dann auf andere Meereslebewesen aus?

Grundsätzlich ist es so, dass sich in einer marinen Nahrungskette diese Stoffe zu immer höheren Konzentrationen anreichern. Das heißt, es fängt an mit einer Alge. Dann kommen die Krebse; dann kommen die Fische. Und diese Fische wiederum sind dann höher belastet und das geht natürlich auch auf den Menschen zurück. – Prof. Detlef Schulz-Bull vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung

Wie unser Müll in die Tiefsee gelangt und was für einen Schaden er nicht nur dort, sondern auch für uns Menschen anrichtet, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Detlef Schulz-Bull vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung.

Prof. Detlef Schulz-Bull - vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung mahnt an, Müll zu vermeiden.

vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung mahnt an, Müll zu vermeiden.Foto: IOW / Goyle
Plastikmüll darf nicht ins Meer gelangen.Prof. Detlef Schulz-Bull
Müll-Deponie Ozean – Krebserregende Stoffe in der Tiefsee nachgewiesen 07:19

Redaktion: Vera Weber

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