Wachsmotte und Co. sind Inspiration für die Wissenschaft

Das große Krabbeln in die Zukunft

25.04.2017

Plastikfressende Insekten: Das klingt nach Science Fiction und macht Hoffnung. Die Wachsmotte könnte die Lösung einer unserer größten Umweltsorgen sein. Doch die kleinen Krabbeltiere können nicht nur das Problem mit dem Plastikmüll beseitigen. In der Biotechnologie sorgen sie regelmäßig für neue Erkenntnisse, die uns einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft geben.

Die Waffenfliege ist in der Lage, sich auch von Gülle zu ernähren. – Prof. Dr. Andreas Vilcinskas

Da passt endlich mal der allseits bekannte Satz  aus Scheiße Gold machen wie Arsch auf Eimer. Da die Menschheit immer schneller wächst, gibt es auch immer mehr Nutztiere. Und wo viele Nutztiere sind, da ist viel Gülle.

„Klar, das bringt Tierhaltung so mit sich“, kann man jetzt denken. Tatsache ist aber, dass Gülle kein toller Biodünger ist, sondern ziemlich umweltschädlich. Und damit reden wir schon über das nächste globale Problem.

Wir sehen Insekten auch als Chance, das Welternährungsproblem zu lösen. – Prof. Dr. Andreas Vilcinskas

Dazu gehört eben nicht nur zu viel Gülle, sondern auch das Welternährungsproblem oder die wachsende Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. Und so wie die Waffenfliege Gülle in Fett und Proteine umwandeln kann, gibt es auch für die anderen Probleme Lösungsansätze, die auf Insekten beruhen. Eine Studentin aus Halle produziert sogar einen „falschen Hasen“ aus Mehlwürmern und führt damit vor, wie wir vielleicht in Zukunft gegen Nahrungsmittelknappheit vorgehen könnten.

Kann uns die Wachsmotte vom Plastikmüll befreien?

Diese Woche machte vor allem ein Insekt mit dem hübschen Namen Galleria Mellonella Schlagzeilen. Die Wachsmotte ist eigentlich als Schädling bekannt, der sich über Bienenstöcke hermacht.

Doch laut einer spanischen Forschergruppe kann diese Motte nicht nur Wachs, sondern auch bestimmte Plastiksorten verstoffwechseln. Das weckt natürlich Hoffnungen. So könnte diese Entdeckung zum Beispiel das Plastikproblem in den Weltmeeren beseitigen.

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Man ist weit davon entfernt, die akute Umweltverschmutzung mit Wachsmotten bekämpfen zu können. Doch der Weg für eine zukunftsweisende Innovation ist geebnet.

Was Insekten sonst noch so drauf haben und wie das Problemlösen durch Insekten überhaupt funktioniert, erklärte uns Andreas Vilcinskas. Er ist Professor für Insekten-Biotechnologie an der Uni Giessen und war im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert.

Andreas VilcinskasVon Insekten lernen heißt, Siegen lernen.Prof. Dr. Andreas Vilcinskasist Professor für Insekten-Biotechnologie und Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe "Bioressourcen". 

Redaktion: Charlotte Muijs

Moderation: Sara Steinert