Ratgeber: Verhaltenstipps bei Wanderunfall in den Bergen

Wandern? Nie ohne Handy!

17.08.2016

Wer nach einem Wanderunfall Hilfe braucht, sollte ein paar Verhaltensregeln kennen. Denn gerade in den Bergen ist auf Handys nicht immer Verlass. Oder kennen Sie das alpine Notsignal?

Im August zieht es besonders viele Menschen in die Berge. Zumindest werden in diesem Monat auf Instagram die meisten Fotos mit dem Hashtag #wandern gepostet.

Den Weg in die Natur suchen die meisten Leute, um ein wenig Entspannung und Ruhe zu finden. Vor allem ist Wandern ein Sport, bei dem nicht viel Vorwissen nötig ist. Das ist aber ein Irrglaube, denn es verunglücken mehr Wanderer, als man gemeinhin so vermutet.

Ein Wanderunfall ist keine Seltenheit

In den österreichischen Alpen verunglücken pro Jahr ungefähr 1.500 Wanderer. Die Bergwacht Bayern hat im Jahr 2015 über 1.200 Rettungseinsätze für Wanderer gezählt – nur Skifahrer mussten häufiger gerettet werden. Dabei sind es nicht immer nur die schlecht ausgerüsteten Turnschuh-Touristen, die auf einmal in den Bergen in Not geraten. Selbst erfahrene Wanderer und Bergsteiger, die schon viele tausend Kilometer gelaufen sind, kann es treffen. Sie stolpern, stürzen und verletzen sich. Im schlimmsten Fall kommen sie aus eigener Kraft nicht weiter und brauchen Hilfe.

Was aber tun, wenn man am Berg in der Klemme steckt? Heutzutage hat fast jeder sein Handy zur Hand und könnte damit den europaweiten Notruf 112 absetzen. Das funktioniert selbst dann, wenn das Handy das eigentliche Heimnetzwerk nicht erreichen kann. Aber was, wenn überhaupt keine Handysignale in die tiefen Bergtäler vordringen?

Handys sind nicht immer hilfreich

Wer bei einem Wanderunfall weder Telefon- noch Internetempfang hat, fühlt sich zunächst aufgeschmissen. Dabei gibt es auch noch andere Möglichkeiten, Hilfe zu holen. Besonders kreativ war dabei eine junge US-Amerikanerin, die nach einem Sturz bei einer Wanderung in den deutschen Alpen mit ihrem Sport-BH die Rettungskräfte auf sich aufmerksam machte und nach 70 Stunden gerettet wurde.

Aber auch das alpine Notsignal kann ein Lebensretter sein. Dieses besteht aus sechs Signaltönen oder Signalzeichen innerhalb von einer Minute. Zum Beispiel sechs Mal rufen, pfeifen oder winken – möglichst etwas, das auffällt. Nach einer Minute Pause folgen dann erneut sechs Signale. Diese Zeichen sind dann auch für andere Wanderer eindeutig erkennbar.

Wie man sich bei einem Bergunfall am besten verhält und wer so einen Rettungseinsatz eigentlich bezahlt, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert mit Peter Veidel. Er arbeitet beim Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und der Bergrettung Tirol.

Peter Veider_Bergrettung Tirol_Quelle Peter VeiderEin Handy gehört heutzutage beim Wandern zur Standardausrüstung.Peter Veiderarbeitet beim Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und der Bergrettung Tirol. 

Redaktion: Claudia Doyle