Weltklimarat stellt Sonderbericht vor

CO2 einfach verschwinden lassen?

09.10.2018

Der neue Sonderbericht des Weltklimarates ist am Montag erschienen. Darin gehen Wissenschaftler auf verschiedene Wege der Klimarettung ein. Eines ist klar: Es muss jetzt gehandelt werden.

Fahrplan für das Klima

91 Wissenschaftler haben als Weltklimarat „IPCC“ auf 400 Seiten zusammengefasst, wie es um das Klima steht. Sie zeigen auf, wie schwierig es sein wird, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch zu erreichen. Die Message des Berichts ist klar: Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, ist es zu spät.

Weltklimarat warnt vor Folgen

Die Wissenschaftler liefern auch gleich mögliche Lösungen mit. Im Grunde geht es bei den angesprochenen Möglichkeiten um eine Umstrukturierung der Weltwirtschaft. Das wird teuer, keine Frage, aber die Alternativen wären letztendlich teurer. Folgen wie Extremwetter und das Schmelzen der Arktis und Antarktis würden irreparable Schäden nach sich ziehen.

Deswegen hat der Weltklimarat ein „CO2-Budget“ berechnet, das der Menschheit noch bleibt, bis das 1,5-Grad-Ziel nicht mehr erreichbar ist. Momentan beträgt dieses Budget 420 Gigatonnen CO2. Das ist so viel, wie die Menschheit in den nächsten zehn Jahren produzieren würde, wenn sich nichts ändert.

CO2 einfach entfernen?

Der Bericht erwähnt auch sogenannte CDR-Verfahren. CDR steht für Carbon-Dioxide-Removal. Mit diesem technischen Verfahren kann CO2 aus der Umwelt entfernt werden. Trotzdem ist das kein Freifahrtsschein für ein „Weiter so“ in Sachen Klimaschutz.

Die Verfahren sind allesamt noch nicht so ausgereift, […] dass sie auch wirklich funktionieren würden. – Matthias Honegger, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung

Über CDR-Verfahren hat detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle mit Matthias Honegger vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) gesprochen.

MatthiasHoneggerWer den Müll produziert, muss dafür auch bezahlen. Und das Gleiche sollte auch für CO2 gelten. Matthias Honeggerarbeitet am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam. 

Redaktion: Dorothea Günther