Extremwetter | Was bringt El Niño?

Das Christkind des Klimawandels?

27.10.2015

El Niño kommt. Das Wetterphänomen soll in diesem Jahr besonders stark ausfallen und weltweit für extremes Wetter sorgen: Mit Frost in Kalifornien, extremer Hitze in Australien und einem kalten Winter in Europa.

Kritsche Prognosen für die Pazifikküste

Das Wetterphänomen El Niño hält die Pazifik-Küste weiter in Atem. Bereits für das vergangene Jahr hat es drastische Prognosen gegeben. Doch dann ist El Niño weniger dramatisch ausgefallen. In diesem Jahr sind die Vorhersagen wieder alarmierend. Und die „National Oceanic and Atmospheric Administration“ hat in den USA eindringlich dazu aufgerufen, die Warnungen in diesem Jahr ernst zu nehmen.

Schon im Sommer und frühen Herbst ist es in verschiedenen Ländern an der Küste des Pazifiks zu extremen Wetterbedinungen gekommen: Dürren in Kalifornien, Hurricanes und Überschwemmungen in Südamerika.

Das „Christkind“ und das „Kleine Kind“

El Niño ist nur ein Teil der „El Niño-Southern Oscillation„, die auch andere Wetterphänomene auf der Welt beinflusst – so auch den Monsun in Indien.

Das ist so eine Art Pendel, das hin und her schwingt zwischen warmen Bedingungen im Pazifik, das nennen wir dann El Niño und relativ kalten Bedingungen, das nennen wir dann La Niña. – Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher am Helmholtz-Zentrum in Kiel

Seinen Namen El Niño – zu deutsch „das Christkind“ – hat das Wetterextrem bekommen, weil es seinen Höhepunkt um die Weihnachtszeit findet. Im Gegenzug dazu steht das La Niña Phänomen, „das kleine Kind“, das für starke Regenfälle in Indonesien und Dürre in Peru sorgt.

Stärkster El Niño seit fünfzig Jahren

Nun soll der Pazifikküste einer der stärksten El Niños der letzten fünfzig Jahre bevorstehen. Dann treiben deutlich wärmere Wassermassen vor die südamerikanische Küste, wo sich die Atmosphäre mit der warmen Feuchtigkeit aufsaugt und sie als starke Regenfälle wieder abgibt, beispielsweise an der Küste von Peru.

Während Australien und Südafrika mit Hitzewellen zu rechnen haben,  dürfte Kalifornien hingegen Regen und sogar Frost erwarten. Auf den Norden Europas könnte dafür wiederum ein extrem kalter Winter treffen.

Über das Wetterphänomen El Niño und die Auswirkungen auf das Weltklima hat detektor.fm Moderatorin Constanze Müller mit Professor Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gesprochen.

Latif-Mojib_Jan Steffen, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung KielWir sehen, dass in den letzten Jahrzehnten einige sehr starke El Niño Ereignisse aufgetreten sind.Mojib Latif sieht einen direkten Zusammenhang zwischen El Niño und dem Weltklima.  

Redaktion: Mirjam Ratmann