Wildobst in Städten

Herbstzeit ist Erntezeit

20.09.2017

Wildobst kann eine echte Alternative zum Supermarkt-Obst sein. Aber welche Früchte und Beeren kann man eigentlich bedenkenlos ernten und essen? Und wo darf man sie legal pflücken?

Die Stadt als Obstgarten

Überall stehen Bäume, überall wachsen Büsche und Sträucher – auch in großen Städten. Gerade der Herbst ist die Erntejahreszeit schlechthin, nicht umsonst wird im Oktober das Erntedankfest gefeiert.

Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen kennt man. Aber auch sogenanntes Wildobst ist aktuell reif und somit bereit zum Ernten. Dazu gehören etwa Hagebutten, Holunderbeeren, Sanddorn oder Berberitze. Und das Beste: Diese Früchte, Beeren und Kräuter wachsen in Deutschland in jedem Wald und sogar an vielen Straßenecken.

Regeln und Rechtliches beim Wildobst

Doch ist es überhaupt erlaubt, sich sein Obst aus der Natur rund um die eigene Stadt selbst zu pflücken?

Wir sind ja in Deutschland und da gibt’s natürlich für alles Regeln. Jedes Fleckchen Land in Deutschland hat normalerweise einen Besitzer, das heißt: Wenn ich irgendwo etwas wegnehme, ist das streng genommen erst mal Diebstahl. – Sebastian Homburg, frucht-bar.org

Allerdings gibt es Projekte wie „fruchtbar“ in Leipzig. Sie verzeichnen auf einer digitalen Karte alle Orte, wo Obstpflücken von den Besitzern erlaubt ist.

Bevor man loszieht, sollte man sich aber vorher informieren, welche Früchte und Beeren man bedenkenlos verzehren kann, einige davon können nämlich ungenießbar oder sogar giftig sein. Außerdem sollte man nicht unbedingt in der Nähe von Straßen ernten. Denn hier könnte man den Straßenverkehr behindern oder das Obst könnte mit Schadstoffen belastet sein.

Supermarkt oder Wildobst?

Auf jeden Fall gibt es in der Natur eine viel größere Auswahl und Vielfalt als im Supermarkt. Einen eigenen Garten zu hegen und zu pflegen und Obst und Gemüse selber anzubauen, bringt jedoch immer eine gewisse Arbeit mit sich. Allerdings hört und liest man öfter, dass Selbstgeerntetes besser schmecken soll, als Lebensmittel aus dem Supermarktregal. Doch wird deswegen auch mehr Wildobst gepflückt?

Ich kann keinen Wildobst-Trend erkennen. Ich halte das für ziemliches Buschgeklopfe, um ehrlich zu sein. – Sebastian Homburg

Was man bei der Wildobsternte beachten muss und was man im Herbst aktuell überhaupt pflücken kann, das hat Sebastian Homburg vom Projekt „fruchtbar“ detektor.fm-Moderator Christian Eichler erklärt.

WildobstDer Hauptgrund ist natürlich, dass ich einen ganz anderen Bezug zu meinem Lebensmittel habe. Wenn ich mir einen selbst geernteten Kohlrabi aus dem Garten hole, selbst wenn der holzig schmeckt, ist es trotzdem ein anderes Ding und das hat einen ganz anderen Wert für mich. Sebastian Homburgerklärt, warum Wildobst eine Alternative zu Supermarkt-Obst sein kann. 

Redaktion: Josefine Farkas