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Foto: Clement Mahoudeau / AFP
Bild: Clement Mahoudeau | AFP

Zurück zum Thema I Kernfusion zur Energiegewinnung

Ist die Kernfusion die Energie der Zukunft?

Atomkraft und Kohleabbau haben ein Ablaufdatum. Während die Öffentlichkeit hauptsächlich über Windräder, Solarparks oder Biomasse diskutiert, tüftelt die Forschung seit etwa 50 Jahren an einem anderen Prozess zur Energiegewinnung: der Kernfusion.

Kernenergie ist nicht gleich Kernenergie

Der deutsche Kohleausstieg soll bis 2038 vollzogen sein, und nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat die Bundesregierung entschieden, alle Atomkraftwerke bis 2022 abzuschalten. Energieerzeugung soll umweltfreundlich sein und nicht wie bisher tonnenweise radioaktiven Müll oder klimaschädliches CO2 produzieren.

Nachhaltige Energieerzeugung wird ausgebaut. Auch Kernfusion soll eines Tages dazugehören und – im Gegensatz zur Kernspaltung – kaum radioaktiven Abfall produzieren.

Das wird auch nicht die Lösung sein für das Energieproblem. Es wird aber ein Element der Lösung sein.

Thomas Klinger

Thomas KlingerMax-Planck-Institut für Plasmaphysik

Kernfusion: die Energie der Sonne

Das schwierige ist, die Wasserstoffatome dazu zu bringen, sich zu verschmelzen. Der Prozess braucht nämlich eine extrem hohe Temperatur: denn umso höher die Temperatur, desto höher auch die Geschwindigkeit der Teilchen, mit der sie aufeinandertreffen. Erst dann kann es zu einer Fusion kommen. Ein Prozess, der in der Sonne permanent abläuft. Verschmelzen die Atomkerne, wird sehr viel Energie freigesetzt. Aus einem Gramm Brennstoff könnten dann 90 000 Kilowattstunden Energie freigesetzt werden – das entspricht dem Energiegewinn aus 11 Tonnen Kohle.

Dass Kernfusion funktioniert, wissen wir seit den Wasserstoffbomben. Die Frage ist: Ist das eine geeignete Methode, um dauerhaft Energie zu erzeugen?

Heinz Smital, arbeitet bei Greenpeace und ist Kernphysiker

Energie für die Zukunft?

In Südfrankreich wird seit 2008 ein Testreaktor für Kernfusion gebaut. Für Wissenschaftler ist es ein Traum von sauberer und effizienterer Energie. Für Kritiker ist das Projekt eine unnötige Spekulation in Zeiten von erneuerbaren Energien.

Ob uns die Kernfusion bald mit Strom versorgt, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde mit dem Plasmaphysiker Thomas Klinger. Er leitet das Kernfusion-Testlabor Wendelstein 7-X in Greifswald. Heinz Smital erklärt, wie nachhaltig der Prozess ist. Er ist Kernphysiker und arbeitet bei Greenpeace.