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Um einen neuen Himmelskörper zu entdecken, braucht man mindestens so viel Geduld wie der Fotograf dieser Langzeitaufnahme. Foto: 17/52 CC BY-SA 2.0 | Marius Brede / flickr

Zwergplanet letzter Halt im Sonnensystem?

Die Leere hinter Pluto wird voller

Hinter Pluto kommt nicht nur Leere. Noch drei Mal weiter weg hat jetzt der Astronom Scott Sheppard das entfernteste Objekt unseres Sonnensystems entdeckt. Er schätzt es als halb so groß wie Pluto. Vielleicht sogar ein weiterer Zwergplanet?

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Zwergplanet?

Auf der Jahrestagung der amerikanischen Astronomen hat Scott Sheppard die Entdeckung des bisher am weitesten entfernten Objekts unseres Sonnensystems verkündet. Vorläufig wird es „V774104“ genannt. Es ist etwa einhundertmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Das ist dann immer noch drei Mal weiter weg als Pluto. Der Astronom schätzt den Durchmesser von V774104 auf bis zu 1000 Kilometer, ungefähr halb so groß wie der kleine Pluto. Damit ist das neue Objekt ein guter Anwärter auf den Status Zwergplanet.

Für Zwergplaneten ist das Kriterium, rund zu sein, das alles entscheidende. Dafür muss man eine bestimmte Größe haben, so etwa 1000 Kilometer. – Astronomin Carolin Liefke

Hinter Pluto kommt noch was

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts haben Astronomen gedacht, hinter dem 1930 entdeckten, etwa mondgroßen Eis- und Felsbrocken Pluto käme in unserem Sonnensystem nichts mehr. Doch in den 1990er und 2000er Jahren wurden dort, im sogenannten Kuipergürtel, immer mehr Objekte entdeckt, 2005 zum Beispiel Eris.

Die namentliche Anlehnung an die römische Göttin der Zwietracht geht in Selbstironie auf die Diskussion zurück, die sich um den Status der fast gleichgroßen Pluto und Eris entfachte. Zuerst als zehnter Planet bezeichnet, entschied die Internationale Astronomische Vereinigung (IAU), Eris zum Zwergplaneten zu machen und Pluto dann gleich mit.

Was es mit den fernen Objekten in unserem Sonnensystem auf sich hat, hat Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller erklärt.

Carolin Liefke - Physikerin und seit ihrem 13. Lebensjahr Astronomin.

Physikerin und seit ihrem 13. Lebensjahr Astronomin.Carolin Liefke
Im Prinzip kann jeder, der ein Teleskop zur Verfügung hat, dieses auf eine beliebige Stelle im Himmel richten und schauen, ob er da was findet.Carolin Liefke

Redaktion: Caroline Bauer