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Sarah Spiekermann im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Kati Zubek

N99 | Sarah Spiekermann über Werte im Digitalen

„Firmen müssen Kunden ernst nehmen in ihren Wertbedürfnissen“

Gesellschaftliche Normen müssen auch im digitalen Raum gelten: Das fordert Sarah Spiekermann in ihrem Buch „Digitale Ethik“. Im Gespräch erklärt sie, was das bedeutet.

Sarah Spiekermann, die Entwicklerin

Als Professorin für Wirtschaftsinformatik und Gesellschaft ist Sarah Spiekermann eine der gefragtesten Expertinnen für die gesellschaftliche Gestaltung der Digitalisierung. So hat sie die OECD und die EU-Kommission zu diesem Thema beraten. In ihrem Blog Die ethische Maschine beim österreichischen Standard schreibt sie über ethische Fragen rund um digitale Technologien. Die gebürtige Düsseldorferin entwickelt momentan mit dem weltweit größten Ingenieursverband (IEEE) einen Ethikstandard zur technischen Entwicklung. Dadurch soll Technik in Zukunft von Grund auf ethische Normen erfüllen, schon bei der Programmierung oder dem Bau.

Wir sind da relativ am Anfang. Wir müssen schauen, dass wir die ganzen Architekturen, Geschäftsmodelle und Services so bauen, dass wir maximale Vorteile davon haben und die negativen Auswirkungen, die wir schon kennen, minimieren. – Sarah Spiekermann

„Digitale Ethik“ – worum geht’s?

In ihrem gesellschaftskritischen Sachbuch entwickelt Sarah Spiekermann eine Ethik für die Technologien der Zukunft – und zugleich ein Plädoyer für Freiheit und Selbstbestimmung im Zeitalter der Digitalisierung. Apps, die unaufgefordert Informationen zuschicken; Autos, die von Google-Rechnern gesteuert werden; Sprachassistenten, die Bestellungen für uns vornehmen – immer mehr Menschen fragen: Was macht die Digitalisierung mit mir und meinem Leben? Sarah Spiekermann kritisiert, dass wir zu passiven Empfängern einer entmündigenden Technik degradiert werden. Sie fordert deshalb ein radikales Umdenken: Wir brauchen eine Technik, die uns dient, statt uns zu beherrschen. Die Digitalisierung darf nicht länger vom Gewinnstreben der IT-Konzerne getrieben sein, sondern muss Werte wie Freundschaft, Privatheit und Freiheit verwirklichen helfen. Denn nur so werden wir unser Menschsein in einer digitalisierten Lebenswelt sichern können: „Wir müssen versuchen, den Wert zu entdecken, der mit Technik geschaffen werden kann. Und das ist nicht Geld, nicht Effizienz, nicht Gewinnmaximierung. Sondern Zufriedenheit, Freundschaft und Wissen. – Droemer Knaur

Wie unsere Technik in Zukunft ethisch nachhaltig wird, bespricht detektor.fm-Moderator Christian Bollert mit Sarah Spiekermann auf der Frankfurter Buchmesse.

Redaktion: Jonas Dietz

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