Fortschritt | Technik-Tipps für die Geschenkejagd

10.12.2013

Die wichtigen Geschenke noch nicht besorgt? Hier gibt's Tipps: für Tablets, Phablets und Smartphones, für Smart TVs, Spielekonsolen, Musikfans, Leseratten und Bastler.

Tablets: Apple hat der Branche mit seinem iPad den Grundpfeiler verpasst. Doch ist das iPad auch das beste Gerät? / Foto: © Spencer Platt/AFP

Heute sind es noch genau 14 Tage bis Weihnachten. Wenn Sie also jetzt so langsam in Panik verfallen, können wir Ihnen sagen: Sie sind nicht allein. So ungefähr ein Viertel aller Deutschen kauft die Geschenke erst in den zwei Wochen vor dem Fest. Zehn Prozent sogar erst in den letzten drei Tagen.

Wenn man dann keine Ideen hat, wird das Last Minute Shopping schnell zum offenen Stress. Doch Hilfe naht: jeden Dienstag besprechen wir hier im Fortschritt ja Technik-Themen. Wir haben uns darum einmal durch alle Fortschritts-Ausgaben des Jahres 2013 gewühlt, und ein paar Geschenke-Ideen zusammengetragen.


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Für mobile Surfer: Tablets und Phablets

Geräte zum mobilen Surfen sind begehrt. Leider ist hier ein wenig Verwirrung in den Markt gekommen. Denn inzwischen gibt es einerseits kleinere Tablets. Andererseits aber auch größere Smartphones. Die Grenzen sind also vollkommen verschwommen.

Die aufgeblasenen Smartphones heißen „Phablets“. Das sind also Geräte, die nochmal deutlich größer sind, als große Smartphones – und die eben auch telefonieren können. Wer das also will, telefonieren, und nur ein Gerät mit sich herumtragen möchte, der greife zu so einem Phablet. In die Hosentasche passen sie aber nicht mehr.

Wer mehr Medien damit konsumieren möchte, mehr Surfen, unterwegs auch mal was arbeiten, und Telefonieren, für den lohnt der Griff zu einem reinen Tablet mehr. Es hat sich etabliert, zwei Gerätegrößen zu bauen: so um die 7 Zoll und um die 10 Zoll. Welches Gerät sich lohnt, erklärt Volker Zota vom Computermagazin c’t:

Die Apple-Geräte sind sehr gut. Das neue iPad Air zum Beispiel, oder auch das kleinere, iPad Mini: jetzt mit Retina, mit sehr viel höherer Auflösung und nicht mehr so verpixelt, wie das vorher gewesen ist. Aber auch die Android-Fraktion hat da einiges zu bieten. Jetzt die Galaxy Note-Serie mit dem Stift zum Beispiel. Oder auch die Geräte, die von Google selbst vertrieben werden unter dem Namen Nexus. Wie das Nexus 7, das auch sehr hohe Auflösung hat und gute Leistungsdaten. Dann gibt es noch das Nexus 10, wo wir jetzt auf eine Aktualisierung warten, das aber eher für den Heimbetrieb gedacht ist.

Und man darf auch nicht vergessen, die Kindle Fire Geräte von Amazon. Das allerdings sehr stark auf die Amazon-Services zugeschnitten, Google-Services kriegt man da nicht alle drauf. Bei den Microsoft-Geräten muss man sagen: Windows RT möchte man sicherlich gar nicht haben. Und bei Tablet-Geräten mit Windows 8 oder 8.1 sollte man eventuell noch warten bis da Modelle im nächsten Jahr rauskommen.

Ob man zu Android oder Apple greift, ist mittlerweile eigentlich egal. Die wichtigen Apps gibt’s für beide Systeme. Die Bedienung ist ebenfalls bei beiden schön. Die Entscheidung sollte davon abhängen, welche Geräte man sonst so nutzt.

Für vernetzte Telefonierer: Smartphones

Hier gilt all das, was zu den Tablets gesagt wurde, auch. Es stellt sich aber immer wieder die entscheidende Frage: was ist eigentlich günstiger? Das Smartphone direkt mit einem Vertrag zu kaufen? Oder das Telefon selbst zu kaufen, ohne Vertrag?

Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet – und Christian Schlüter haben wir also mal gefragt: Sollte man Handy und Tarif zusammen bestellen?

Also, in der Regel zeigen unsere Untersuchungen, dass sich das in vielen Fällen nicht lohnt. Wir haben das zuletzt in Kombination mit einer sogenannten All-Net-Flatrate angeschaut und festgestellt, dass sich die Finanzierungsangebote bei den meisten Anbietern innerhalb von zwei Jahren nicht rechnen. Man fährt günstiger, wenn man das Handy einzeln kauft und den Vertrag extra dazu wählt.

Für Film- und Serienfans – Smart TVs

Die modernen Fernseher heißen SmartTVs. Und zwar, bei bei Ihnen – genau wie bei Smartphones zum Beispiel – das Internet mit an Bord ist. Zusatzinfos, verpasste Sendungen nachschauen, Mediatheken, Youtube und Online-Videotheken oder Skype: all das wird damit auf dem Fernseher möglich. In den kommenden Monaten und Jahren werden wir sehen, wie immer mehr Apps speziell für diese Geräte gebaut werden. Ein Kauf lohnt sich also. Beim Kauf sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Größe: Wie groß der TV sein soll, hängt davon ab, wie weit entfernt man sitzt. Die Faustregel: der Abstand sollte zweieinhalb mal so groß sein, wie die Diagonale des Bildschirms.
  • Auflösung: Hier lohnen sich keine Kompromisse. Full HD sollte es sein. Das heißt, mindestens 1920 x 1080 Pixel. Damit ist man auf der sicheren Seite, auch wenn man umzieht, auf SAT wechselt oder der Kabelanbieter aufrüstet.
  • Plasma oder LCD: Plasma-Fernseher brauchen mehr Strom, wirken im Bild mitunter etwas flimmeriger und die Auswahl an Geräten ist nicht sehr groß. Dafür ist das Bild immer gleich gut, egal aus welchem Winkel man drauf schaut. Bei einem LCD-Fernseher sollte es auf jeden Fall ein Gerät mit Backlight-Technologie sein.
  • Anschlüsse und Funktionen: HDMI-Anschlüsse kann man eigentlich nicht genug haben. Mindestens zwei, besser drei, sollten dran sein. An HDMI passen Receiver und die Spielekonsole, DVD und BlueRay, Smartphone und Kamera usw. Wer auch noch älteres Equipment nutzt – einen Videorekorder oder eine ältere Konsole – wird auch noch Scart oder Composite benötigen. Und wer Sendungen mitschneiden oder zeitverzögert schauen will, braucht einen Fernseger, der USB-Aufnahmen beherrscht. Hierfür sollte ein, besser zwei USB-Anschlüsse am TV sein. Dort steckt man dann nur eine externe Festplatte an und kann mitschneiden.

Natürlich soll der flache Fernseher auch schön an der Wand angebracht sein. Da gibt es verschiedenste Halterungen: von ganz einfach und fest bis hin zu dreh-, kipp und neigbar. Woher ich wissen kann, welche Halterung an meinen TV passt, erklärt Jenny Braune von der Stiftung Warentest:

Es gibt eine Standardisierung. Das nennt sich der „Vesa-Standard“ und da ist vorgegeben, welche Abstände die Löcher, die im Fernseher hinten drin sind, um die Wandhalterung zu befestigen, haben sollten. Da muss man gucken eben, wie ist der Abstand am Fernseher, den ich anbringen will. Und die entsprechenden Abstände stehen dann auch an den Halterungen dran.

Für Zocker – Spielekonsolen

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft und nach sieben Jahren Pause bringen sowohl Microsoft als auch Sony ihre neuen Konsolen heraus. PlayStation 4 oder Xbox One? Volker Zota vom Computermagazin c’t erklärt die Unterschiede:

Microsoft hat die Konsole komplett überarbeitet. Es ist eine komplett andere Technik eingebaut. Das hat zur Folge, dass zum einen die Grafik besser ist. Es wird aber auch die Internet-Anbindung deutlich enger sein, als es bisher gewesen ist. Und die Kinect – also die Kamera, die für Bewegungsspiele gebraucht wird – ist jetzt noch besser in das System integriert.

Auch bei Sony gibt es eine deutlich leistungsstärkere Konsole als den Vorgänger, die PS3. Und Sony konzentriert sich deutlich stärker erstmal auf die eigentlichen Spielfunktionen, während die PlayStation 3 eine Multimedia-Konsole gewesen ist.

Nicht so schön: alte Spiele funktionieren nicht auf neuen Spielen. Vielmehr werden die über einen Streaming Service doch wieder spielbar sein. Man kann sie dann sozusagen aus dem Netz auf die Konsole streamen und dort dann spielen. Aber man muss sie sehr wahrscheinlich nochmal neu kaufen.

Und naja: wer über Weihnachten zu viel zulegt: für die modernen Konsolen gibt es spezielle Bewegungs- und Sportspiele. Mittels eine Kamera wird da die eigene Bewegung ausgwertet, und man kann Tennis spielen, muss Tänze vollführen, Ballons zerplatzen lassen – kurzum: die können auch für mehr Bewegung sorgen.

Für Musikfans: Musik neu hören

Zum einen kann man mittlerweile Musik verschenken, die unbegrenzt ist. Musik-Streaming-Dienste wie spotify, Deezer, simfy, rdio, Wimp oder neuerdings Google Play Music bieten Zugang zu endlos vielen Titeln. Sie alle haben so zwischen 17 und 20 Millionen Titel. Man schließt dort ein Abo ab, meist für ca. nen Zehner im Monat – und kann dann auf verschiedenen Endgeräten hören. Entweder via Stream aus dem Netz. Oder man lädt die Titel auf das eigene Gerät herunter. Toll für Musik-Fans, wobei man sagen muss: hier ist ein harter Kampf um Marktanteile im Gange. So um die zehn Anbieter gibt’s derzeit – für alle zusammen wird der Kuchen vielleicht nicht groß genug sein.

Richtig Spaß macht so eine Musik-Flatrate mit einem drahtlosen System aus Musikplayern zu Hause. Bernhard Rietschel vom AUDIO Magazin erklärt, wie die funktionieren:

Multi-Raum deswegen, weil man seine Musiksammlung praktisch in allen Räumen seines Hauses verwenden kann. Im Normalfall hat man zentral eine Festplatte, wo die Musik eben darauf abgelegt ist, und soweit wie das häusliche Netzwerk reicht, kann man dann Player an beliebige Stellen stellen, die auf dieses Netzwerk zugreifen und die Musik von diesem Speicher spielen können.

Manche der Abo-Dienste bieten eigene Apps für solche Multi-Raum-Systeme an. Da kann man dann die riesige Musiksammlung sehr komfortabel in verschiedenste Räume zu Hause verteilen.

Für Leseratten – E-Book-Reader

E-Book-Reader sind kleine, tragbare Monitore, in denen Bücher stecken. Und die haben eine ganz eigene Display-Technologie. Die Displays leuchten dort nicht von selbst. Sondern sie reflektieren das Umgebungslicht. Die E-Book-Reader arbeiten hierbei mit der sogenannten E-Ink-Technologie: dort wird eine digitale Tinte angeordnet. Das sorgt dafür, dass die Darstellung gestochen scharf ist und die Buchstaben wie gedruckt erscheinen.

Der Kindle von Amazon gilt als der Platzhirsch im E-Book-Reader-Markt. Mit dem „Tolino“ allerdings gibt’s nen echten Konkurrenten, hinter dem eine Allianz aus Telekom, Hugendubel, Thalia, Weltbild und Bertelsmann steht. Generell gilt bei E-Book-Readern: genau so wichtig wie das Gerät ist der Shop im Hintergrund. Läuft der nicht rund oder hat er zu wenige Bücher im Sortiment, nutzt das beste Gerät nix. Sowohl bei Kindle als auch bei Tolino ist die Gefahr aber nicht gegeben. Auch der Kobo Glo und der Sony E-Book-Reader können überzeugen.

Was für Bastler – Rasperry Pi und Modellbau

Warum nicht einfach mal wieder ein bisschen spielen und basteln? Mit Geschenken zum Basteln schenkt man länger anhaltende Freude. Wer es eher technisch mag, für den ist der Rasperry Pi interessant. Ein klitzekleiner Computer, so groß wie eine Scheckkarte. Und der kann von jedermann im Bastel- und Tüftler-Verfahren zu irgendwas genutzt werden. Als Mediencenter, zum Garagentor öffnen, als Wetterstation – da ist ein regelrechter Wettbewerb um Ideen ausgebrochen und es gibt ganze Foren und Fanclubs.

Und dann gibt es da noch ein Hobby, das seit vielen Jahrzehnten Leute fasziniert: der Modellbau. Und mit dem 3D-Druck kommt gerade in diese Welt nochmal so richtig Bewegung rein, hat uns Matthias Muth vom Deutschen Plastik-Modellbau-Verband erklärt:

„Das könnte vielleicht wirklich die ganz große Sache werden: Das man also gar keine Modellbausätze mehr zu kaufen bekommt im Laden, sondern sich eine Software kauft und dann das Modell mit Hilfe eines 3-D-Druckers herstellt.“