Mikrokontrolle | Alltagshelfer: Feuchtigkeitssensor

Grüner Programmierdaumen

26.05.2017

Programmieren ist zwar spaßig, aber kein Selbstzweck. In Folge 3 unseres Minicomputer-Podcasts programmiert Thibaud einen Sensor, der ihn daran erinnert, seine Zimmerpflanzen zu gießen.

Mikrokontrolle – lernen mit Minicomputern. Ein detektor.fm-Podcast – unterstützt von der Deutsche Telekom Stiftung


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Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt den Podcast.

Programmierenlernen hat viel mit Trial und noch mehr mit Error zu tun. Wenn man sich beim Coden vertut, ist das nicht tragisch: über das Versagen des Programms ärgern, Krönchen richten und zurück in den Editor.

Damit man dabei nicht die Lust verliert, nimmt man am besten ein klares Ziel ins Visier. Zum Beispiel kann man testen, ob bei geschlossener Kühlschranktür das Licht auch wirklich aus ist. Aber mal ehrlich: wirklich praktisch ist dieses Programm nicht. Mit Minicomputern lassen sich auch Dinge programmieren, die das tägliche Leben viel einfacher machen. Und manchmal auch nur ein ganz kleines bisschen.

Calliope Mini als Feuchtigkeitssensor

Die Sternspitzen des Calliope Mini sind Kontakte, an die man Kabel anschließen kann. Man nennt diese Ringe Pins. Klemmt man an zwei der Pins Kabel und steckt deren freie Enden in einen Blumentopf, kann man den Calliope zum Gärtner machen. Er zeigt dann an, ob die Pflanze gewässert werden muss oder ob die Erde noch feucht genug ist.

Der Knackpunkt ist nicht so sehr das Hardware-Setup, sondern die Programmierung. Denn das Feuchtigkeitssensor-Programm muss nicht nur messen, wie viel Strom über die Kabel durch die Erde fließt, sondern diesen Wert auch noch korrekt interpretieren.

  • Wer braucht schon Kabel? Aufgebogene Büroklammern tun es auch.
  • So soll’s sein: der Calliope Mini mahnt, weil die Erde trocken ist.
  • Der erste Versuch liefert keine verlässlichen Ergebnisse.
  • Das verbesserte Feuchtigkeits-Messprogramm: im Textfeld fehlt noch der Grenzwert für die Trockenheitswarnung.
  • Der JavaScript-Code des verbesserten Programms: auch hier kann man den Grenzwert eintragen. Wer findet raus wo?

Auf der Suche nach den richtigen Blöcken lernt man bei diesem Projekt nicht nur den Editor besser kennen, man merkt auch, dass man zum Programmieren einer Real-World-Anwendung auch mal den Schreibtisch verlassen muss. Oder haben Sie im Kopf, wie leitfähig trockene Blumenerde ist?

Für die verschiedenen Minicomputer gibt es mehr Anregungen und Anleitungen im Netz, als man nachmachen kann. Denn in der Szene ist es Ehrensache, dass man sich gegenseitig hilft und seine Erkenntnisse teilt. Jede und jeder findet ein Projekt, das zum eigenen Können und Nutzen passt.

In Folge 3 von Mikrokontrolle tastet sich Thibaud Schremser Schritt für Schritt an die Einrichtung eines Pflanzenmonitorings und an einen Feuchtigkeitssensor heran und er lernt Lesen. Er schaut sich Programmcode an, ein erster Schritt zum Selbst-Schreiben.

Heidi SchelhoweLetztendlich ist die textuelle Programmierung dann doch mächtiger, das heißt, sie ermöglicht mehr, wenn man erst einmal vertraut ist mit den Grundbefehlen.Heidi SchelhoweLeiterin der Arbeitsgruppe Digitale Medien in der Bildung der Universität Bremen. 

Mikrokontrolle gibt es als Podcast. Alle Episoden direkt bei Apple Podcast, Deezer oder Spotify hören.


Mit Musik von Chris Zabriskie: Mario Bava Sleeps In a Little Longer Than He Expected To und I Am Running with Temporary Success from a Monstrous Vacuum in Pursuit, lizensiert unter CC BY.