Podcasts und Audio im Netz: detektor.fm-Diskussion auf der re:publica

"In zehn Jahren wird das Wort Podcast nicht mehr existieren"

24.05.2016

Schulz & Böhmermann gehen zu Spotify. Deezer, iTunes & Co. beginnen, Podcasts zu kuratieren. In Berlin gründen sich professionelle Podcast-Labels. Audible wird Auftraggeber für Podcasts, Soundcloud eine Art Full-Service-Dienstleister. "Serial" gilt weltweit als Riesenerfolg. Über all das, über Plattformisierung, Kommerzialisierung und Professionalisierung haben wir auf der re:publica diskutiert: mit Nele Heise, Jana Wuttke, Philip Banse und Nicolas Semak. Die Diskussion "Podcasts und Audio im Netz" gibt's hier zum Nachhören.

Vor zehn Jahren erlebten Podcasts ihren ersten Hype. Und bis heute geht sie um: die Mär’ vom Podcast als Nischenmedium. Vielleicht kommt nun der zweite Podcast-Hype, aber nicht alle finden das gut.

Die letzten Monate waren hier nicht eben arm an Schlagzeilen – und damit meinen wir nicht nur Olli Schulz und Jan Böhmermann, die zu Spotify gehen. Wir konnten beobachten, dass Spotify, Deezer, iTunes & Co. beginnen, Podcasts zu kuratieren und zu integrieren. Automobilhersteller machen Ernst beim „vernetzten Auto“. In Berlin gründeten sich gleich zwei professionelle Podcast-Labels, während „Gimlet“ erneut Geld einsammmelte: 6 Mio. Dollar diesmal. Und während sich hier lange nichts getan hat, sind auch erstmals wieder größere Studienergebnisse über das Hören im Netz erschienen – während auch die Werbewirtschaft immer mehr Interesse und Gefallen am Weg ins Ohr findet.

Podcasts und Audio im Netz – Die Diskussionsrunde

Was bedeutet das alles jenseits der Schlagzeilen? Sind Podcast wirklich ein Nischenthema? Und wenn ja: ist „die Szene“ selbst daran schuld? Wie verdient man etwas mit Audio im Netz? Wie viel Arbeit macht das, wie viel Reichweite bringt’s wirklich? Brauchen wir weniger „Laberformate“? Oder eine Diskussion über Qualität? Macht Podcasting gerade das gleiche Erwachsenwerden (oder Kaputtgehen?) durch, wie das Bloggen 2004? Kommt das alles bisher nicht gut genug in Gang? Warum soll es das jetzt? Und wer braucht das überhaupt? Zeit, mal darüber zu reden.

Darüber haben wir im „Sendezentrum“ auf der re:publica 2016 diskutiert mit:

Nicolas Semak ist Podcaster aus Berlin, brachte mit seinem Wired Germany-Artikel „die Szene“ in Wallung und ist Mitgründer des Podcast-Labels Viertausendhertz
Jana Wuttke leitet die „Redaktion Wissenschaft, Technik, Medien“ beim Deutschlandradio und kümmert sich seit Jahren auch um Podcasts und Audio im Netz.
Nele Heise ist Kommunikationswissenschaftlerin, war früher selbst in der freien Radioszene aktiv und erforscht u. a. die deutschsprachige Podcastlandschaft. Sie ist Mitbegründerin der „Podcastpat_innen“ und hat 2014 eine PodcasterINNEN-Liste gestartet. Ihre Mission: mehr Frauen an die Mikrofone.
Philip Banse arbeitet als Journalist u.a. für Deutschlandfunk und Deutschlandradio, hat das Podcast-Netzwerk Küchenstud.io gegründet und produziert einige der erfolgreichsten deutschen Podcasts

Die einstündige Diskussion gibt’s hier zum Anhören und als Download:


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