Green Radio | Plastikmüll im Meer

Was machen Milchtüten im Ozean?

06.08.2015

Von den Balearen kommen in diesen Tagen etliche Klagerufe von Urlaubern und Umweltschützern. Die feinen Sandstrände von Mallorca, Ibiza und Formentera hätten sich in eine Müllkippe verwandelt. Freiwillige sammeln deshalb säckeweise Plastik auf. Der Plastikmüll wird vom Meer angeschwemmt.

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In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Oder anders gesagt: 15 Einkaufstüten voller Müll kommen auf jeden Meter Küste der Welt.

Plastikmüll findet sich dabei in allen Meeren und Tiefen. Denn das Material ist extrem beständig und kann über Jahrzehnte in der Umwelt bleiben. Gigantische Müllstrudel sammeln sich so in großen Strömungswirbeln der Ozeane, auf dem Meeresboden und werden ins Flachwasser, an die Strände getrieben.

Falsche Entsorgung von Plastikmüll

Hauptgrund für die Verschmutzung soll die unsachgemäße Entsorgung von Abfall sein. Dieser wird also zum Beispiel in offenen Deponien gesammelt oder direkt in die Umwelt geworfen. Eine besonders hohe Verschmutzungsquote weisen China, Indonesien und die Philippinen auf.

Dass man den Plastikmüll aus den Meeren fischen kann, wie es der junge Niederländer Boyan Slat versucht, halten Experten für sehr unwahrscheinlich.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Wissenschaftler sehen vielmehr zwei Möglichkeiten, um die Verschmutzung der Meere mit Plastik aufzuhalten. Zum einen müsse die Entsorgung verbessert und zum anderen der Plastikverbrauch eingeschränkt werden.

Für wen der Plastikmüll besonders gefährlich ist, erklärt Angelika Heckhausen im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Hendrik Kirchhof. Heckhausen engagiert sich beim Verein Project Blue Sea. Die gemeinnützige Organisation will die Öffentlichkeit zum Beispiel durch die Wanderausstellung „Müll im Meer geht uns alle an“ für das Thema sensibilisieren. Die Ausstellung wird derzeit in St. Peter Ording, Potsdam, Butjadingen und auf Langeoog gezeigt.

Angelika HeckhausenMikroplastik ist in der Zukunft ein großes Problem. Die an den Oberflächen der Plastikpartikel anhaftenden Schadstoffe können bei Aufnahme von Tieren verstoffwechselt werden und in die Nahrungskette gelangen.Angelika Heckhausenvom Verein Project Blue Sea. Foto: privat 


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