Stellt euch vor, es ist ein warmer Sommerabend in einem angesagten Viertel. Auf den Straßen ist ganz schön was los. Vor den zahlreichen Bars und Restaurants sitzen ziemlich viele Menschen.
Andere ziehen gut gelaunt von einer Kneipe zur nächsten. Ihre Stimmen vermischen sich mit Musik, klirrenden Gläsern und ein paar Autos. Und das alles auf ziemlich engem Raum. Irgendwann werdet ihr müde.
Aber hey, praktischerweise wohnt ihr direkt über eurer Lieblingsbar. Ihr geht also hoch, schließt die Tür und legt euch ins Bett. Aber schlafen könnt ihr nicht. Es ist zu laut. Ihr werdet quasi hautnah Zeugen von einem ganz bekannten Konflikt: Wie kann ein Viertel abends lebendig bleiben und gleichzeitig ein Ort sein, an dem Menschen in Ruhe wohnen können?
Und genau bei solchen Fragen kann Cross Innovation neue Perspektiven ins Spiel bringen. Ich bin Feline Klinger. Schön, dass ihr zuhört. Machen statt quatschen. Neue Impulse durch Cross Innovation – ein Podcast in Kooperation mit dem Tiefbund. Gerne. Also auch jetzt, wir können uns doch gern duzen.
Nachtbürgermeister Robert Gahr
Einer der solche Konflikte aus seinem Arbeitsalltag kennt, ist Robert Gahr. Ja, was ist meine Aufgabe? Ich bin ja Beauftragter für Nachtökonomie, umgangssprachlich Nachtbürgermeister der Stadt Mannheim und dementsprechend zuständig für alle Themen, die das Nachtleben betreffen. Alles was zwischen sechs Uhr abends und sechs Uhr morgens passiert, fällt in meine Zuständigkeit.
Robert Gahr beschäftigt sich also ganz konkret mit der Frage, wie Nachtleben, Gastronomie und Wohnen in Mannheim nebeneinander funktionieren können. Mannheim war 2018 übrigens die erste deutsche Stadt mit einem Nachtbürgermeister. Inzwischen gibt es solche oder ähnliche Stellen auch in vielen anderen deutschen Städten.
Lärmproblematik
Das Problem mit dem Lärm entsteht dabei aber nicht nur durch die vielen Menschen auf engem Raum. Auch die Bauweise der Stadt spielt eine Rolle. Das Problem ist jetzt nicht nur in Mannheim existent. Das Problem ist, dass wir natürlich auf der Folge des Klimawandels, wenn die Städte mehrmals sind, Menschen sich länger draußen aufhalten.
Auch hier haben wir einen ausgefädelten Jungbusch, und natürlich versammeln sich dort im Sommer sehr, sehr viele Menschen. Unsere Städte sind aber komplett zu betoniert. Das heißt, wir haben noch Bäume, aber die sind so hoch, dass sie keinen Schall abfangen.
Wir haben wenig begrünte Fassaden oder sonstige Elemente, die einen Schall brechen können. Dementsprechend haben wir da natürlich auch eine Verstärkung des Schalls. Der wird von einer Wand zur nächsten reflektiert, geht also die Stockwerke hoch, bis wo es dann einen sehr hohen Geräuschpegel auf der Straße herrscht.
Insbesondere wenn da die Straßen und Gebäude sehr eng beieinander stehen, ist es natürlich manchmal wie so ein Trichtereffekt oder es kann auch wie so ein Megafon werden, wenn es nach oben auch ein bisschen lauter wird. Das heißt, gerade in engen, dicht bebauten Straßen wird der Lärm durch die Umgebung noch zusätzlich verstärkt.
Restriktive Maßnahmen
Und weil sich das baulich nicht so einfach lösen lässt, setzen Städte bisher oft an einem anderen Punkt an. Meistens wird eher restriktiv gehandelt. Das heißt, Gaststätten müssen früher schließen, Außenbereiche müssen früher schließen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist übrigens die Heidelberger Altstadt. Dort müssen Kneipen seit diesem Frühjahr am Wochenende um ein Uhr schließen.
Unter der Woche teilweise schon ab Mitternacht. Eben weil es bisher kaum technische Schallschutzlösungen gibt für dieses Problem. Meistens reden wir auch nicht um den Lärm aus den Gaststätten heraus, sondern eher um diesen verhaltensbezogenen Lärm von Menschen, die auf der Straße stehen. Da gibt es aber bisher sehr wenige Lösungen.
Eine Möglichkeit wäre natürlich, das Nachtleben stärker über die Stadt zu verteilen. Also mehrere Orte zu schaffen, an denen sich Menschen abends aufhalten können. Gleichzeitig werden Städte aber immer dichter bebaut und genau solche Räume knapper. Der Konflikt dürfte in Zukunft also eher größer als kleiner werden.
Von daher bin ich gespannt, ob wir jetzt diese Lösung gefunden haben, die vielleicht zum Baustein dafür sein könnte, dass wir unsere Städte auch bei Nacht lebendig halten können.
Green Sound Proving
Die Lösung, von der Robert Gahr hier spricht, nennt sich Green Sound Proving. Das Projekt ist Teil von CoVision, einem Förderprogramm der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Dort arbeiten Teams aus unterschiedlichen Branchen und Disziplinen gemeinsam an konkreten Ideen und testen sie auch direkt in der Praxis.
Daran beteiligt ist neben Robert Gahr auch die Architektin Chiara Weiß. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, wie die Idee zu Green Sound Proving entstanden ist, was sie gerade genau entwickeln und wie die Zusammenarbeit ganz konkret funktioniert.
Hallo Frau Weiß, schön, dass Sie heute da sind. Bevor wir über Green Sound Proving sprechen, fangen wir vielleicht mal kurz bei Ihnen an. Sie sind Architektin und Geschäftsführerin von Studio Moor. Woran arbeiten Sie denn dort hauptsächlich?
Wir sind ein Architekturbüro aus dem Raum Stuttgart und wir arbeiten hauptsächlich eigentlich schon im klassischen Bereich der Architektur, verstehen uns aber als innovatives und auch forschungsorientiertes Architekturbüro. Also haben da viele Ansätze, dass wir in die klassische Architektur, also den Hochbau, auch die Forschung reinbringen: neue Materialien, flexible Raumlösungen, dass die Nachhaltigkeit auch quasi architektonisch und nutzerspezifisch über langjährige Nutzerprozesse im Gebäude selber abgebildet werden kann.
Entstehung der Idee
Wir sprechen ja heute über das Projekt Green Sound Proving, bei dem Sie mit Studio Moor die architektonische und auch die gestalterische Perspektive einbringen. Nehmen Sie uns gerne mal mit an den Anfang: Wie ist die Idee dazu denn entstanden?
Also ganz am Anfang sind wir eigentlich gestartet mit einem anderen Projekt im Team mit Fraunhofer und auch Vibelab Foundation. Da haben wir uns mit der Vibelab Foundation auch maßgeblich mit den Nachtbürgermeistern aus Europa beschäftigt. Wie können wir eigentlich das nächtliche Kulturleben etwas schützen im Sinne vom Lärmschutz?
Und wir haben auch eben gesehen, dass es auf Anklang stößt. Die Kollaboration selber ist entstanden, weil wir uns einfach aktiv umgeschaut haben, welche Forschungsmittel, welche Gelder und welche Töpfe gibt es denn, um auch gewisse Ressourcen zu haben, um in die Forschung zu gehen.
Und sind dann da auch auf die MFG, auf die CoVision-Förderung von Baden-Württemberg gestoßen und haben uns darauf beworben. Und was genau entwickeln Sie dafür gerade? Also wie kann man sich das System vorstellen?
Modulares Stadtmöbel
Es soll ein modulares Stadtmöbel sein, so haben wir es mal getauft. Es soll gezielt modular sein, weil wir auf viele Situationen der Stadt reagieren möchten. Städte sind sehr eng, teilweise in den Straßen, haben verschiedene Höhen, verschiedene Anforderungen.
Deswegen versuchen wir, ein Modul zu entwickeln, das gewissermaßen in sich dann skalierbar ist. Also ich kann zwei Module nebeneinander, drei nebeneinander, übereinander setzen und damit verschiedene Qualitäten an Räumlichkeit schaffen.
Und wie kann es mehr sein als jetzt nur ein herkömmlicher Schallschutzwall, eine Wand? Wie kann es weitere Möglichkeiten für die Stadt bieten als Kulturmöbel? Und wie kann es quasi auch architektonisch einfach super ansprechend in unseren Städten sein?
Wie kann man sich das konkret vorstellen? Also ich sehe jetzt eine Außengastronomie mit Tischen und Stühlen vor mir in einer Gasse. Wie sieht Ihr Modul dann aus?
Also das Modul selber ist schon eher vertikal im Sinne einer Wand, aber nicht so hoch wie eine Wand. Und das ist auch in sich etwas konkav und konvex ausgebildet. Das ist natürlich die Schallschutzeigenschaften und die Akustikeigenschaften bereitet.
Und das architektonische Gestaltungsmerkmal ist bei uns auch dieser Knotenpunkt zwischen den Modulen. Also wenn ich jetzt ein Modul nebeneinander oder aufeinandersetze, entstehen immer gewisse quasi Schnittpunkte oder Lücken zwischen den Modulen.
Und hier haben wir den Ansatz, dass wir dann reagieren indem wir mit verschiedenen Plug-in-Systemen vielleicht einen kleinen Tisch, vielleicht ein Sitzmöbel, eventuell was für Begrünung, vielleicht sogar etwas mit Zerstäubung von Wasser für gewisse Klimaanpassungen im Sommer integrieren.
Und man kann sich das dann eigentlich so vorstellen: Wir sitzen alle im Straßenraum und um uns herum entsteht ein gewisser Schutzraum, der uns zum einen so ein gemütliches Gefühl gibt, dass wir geschützt sind, und natürlich auch dann diesen akustischen Schutz bereitet für die Anwohnerinnen drüber, nebendran oder auch gewissermaßen die andere Gastroszene in der Stadt selber.
Materialien und Nachhaltigkeit
Okay, das kann ich mir jetzt schon ganz gut vorstellen. Aus welchen Materialien bestehen denn die Module? Also gerade testen wir noch. Es ist noch nicht das fertige Produkt, aber die Module aktuell bestehen aus einem Holzrahmen, aus einer Tuchbespannung also einem Textil, und im Inneren der Module selber ist ein Backkork, also Korkmaterial, das aus der Baumrinde stammt, das dann wiederum in Einzelteile zerlegt wurde und dann erhitzt, also gebacken, und somit dann ein massives Material entsteht.
Und diese drei Materialien sind akustisch sehr wirksam. Und das ist gerade quasi der aktuellste Stand. Die Materialien selber haben gute Akustikeigenschaften, gerade, aber wir müssen das natürlich auch an unserem Modul entwickeln und austesten, ob sie dann wirklich genau für dieses Modul so geeignet sind.
Und das wird dann das Fraunhofer in der 1 zu 1-Beschallungssystematik also wirklich im Test noch mal für uns herausfinden können. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist ja auch die Kreislauffähigkeit. Was heißt das denn bei Ihren Modulen ganz konkret?
Also was davon kann man wiederverwerten oder austauschen oder auseinanderbauen? Der Nachhaltigkeitsgedanke steckt natürlich im Modul selber schon drinnen. Also alle Materialien, die wir verwenden, sollen möglichst nachhaltig sein und das Modul selber ist einfach rückbaubar, stapelbar, aneinanderstellbar und somit einfach auch wieder woanders aufbaubar.
Also es geht gar nicht darum, dass wir sagen, wir zerlegen unser ganzes Modul und am Schluss kommen zwei Holzlättchen und noch ein Kork wieder raus, sondern wir nehmen das ganze Modul und wir stellen es einfach woanders hin.
Zusammenarbeit und Koordination
Wir haben jetzt schon gesagt, an dem Projekt arbeiten ziemlich viele Personen und verschiedene Disziplinen. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit denn konkret? Also wer ist alles beteiligt und wie koordinieren Sie das?
Also beteiligt ist die Stadt Mannheim mit Robert Gahr als Nachtbürgermeister. Weiterhin beteiligt der Thorsten aus der Werkhalle Mannheim als Partner, eigentlich in der Umsetzung. Also er testet tatsächlich, er baut das Produkt und testet, wie der Bau funktioniert.
Dann sind wir als planerisches Architekturbüro beteiligt im Sinne der Gestaltung des Entwurfs und natürlich auch Rückführung der dann entstandenen Erkenntnisse vom Bau des Produkts oder auch von den Absprachen mit der Stadt.
Zusätzlich noch Fraunhofer, die dann auch in die akustische Testung gehen, also baufysikalisch das Produkt einmal beschallen, die Materialien testen und dann noch VibeLab als maßgeblicher, quasi Initiator, eigentlich von Anfang an, die dann natürlich auch wieder in der Skalierbarkeit, ich nenne es jetzt mal, zum Ende hin oder zum Finale kommen und da auch hoffentlich weitere Showcases für die Städte uns bereiten und verschiedene Möglichkeiten finden, das Produkt wieder anzuwenden, zu skalieren, weiterzuentwickeln.
Interne Planungsgespräche
Und wie arbeiten Sie zusammen? Also gibt es regelmäßige Treffen? Wie ist der Modus? Also wir sind eng verknüpft. Wir treffen uns regelmäßig für interne Planungsgespräche, treffen uns auch vor Ort, schauen uns die Materialien gemeinsam an und gleichzeitig ist da auch das CoVision-Förderprogramm von der MFG ein total toller Partner, da wir da immer wieder auch gezielt von der CoVision eingeladen werden, verschiedene Inputs kriegen, zum Beispiel von Rechtsanwälten mit dem Blick auf Patentrecht.
Also da kriegen wir immer die Möglichkeit von CoVision, auch dann an verschiedenen Events zusammenzuarbeiten, uns nochmal im Team zusammenzufinden, auch teilweise kritisch im Team zu beleuchten, wer macht gerade was, welche Rollen sehen wie aus, wie könnte vielleicht die Zusammenarbeit besser, anders oder genauso gut weiterlaufen.
Entwicklungsprozess
Wenn Sie jetzt an Ihr Daily Business in Ihrem Architekturbüro denken, wie würde denn so ein Entwicklungsprozess normalerweise ablaufen und was ist jetzt in dieser Kooperation bei Green Sound Proving anders? Es ist eigentlich schon so, dass man natürlich erst mit der gestalterischen Idee startet, dort was ausarbeitet und dann gewissermaßen mit dieser Idee, wo wir als Architekten wissen, so können wir es uns vorstellen, an die weiteren Akteure herantritt.
Das heißt, weitere Akteure, die Stadt, dass wir da sagen: Hey, wir haben das und das, das wollen wir euch gewissermaßen anbieten. Hier ist es jetzt anders, da wir das von Tag 1 gemeinsam entwickeln. Das heißt, wir haben eine Idee, werfen das mal in den Raum und dann kommt sofort die Antwort, entweder vom Thorsten, der sagt: Ja, kann ich euch schon bauen, ist aber wahnsinnig teuer oder kann ich gar nicht bauen oder ja, so genauso muss es sein.
Oder auch eben der Stadt, die sagt: Da gibt es verschiedene Regularien, wir dürfen gar nicht so hoch, wir können nicht so breit, wir dürfen zum Beispiel nichts in die Bäume hängen. Dieser Prozess ist eigentlich gewissermaßen fast linearer als ein normaler Architektur- oder Entwurfsprozess, weil wir von Anfang an eigentlich gemeinsam alle im Boot sitzen und in eine Richtung arbeiten.
Natürlich gibt es da auch Momente, wo wir in eine Richtung forschen, etwas ausprobieren und dann zurückkommen und sagen: Anders wäre es vielleicht doch besser. Aber da wir alle gemeinsam in dem Moment schon mit drin sind, haben wir nicht diese Überraschungen am Ende.
Aktueller Stand und Ausblick
Sie haben ja schon gesagt, dass Sie gerade noch mitten in der Entwicklung sind und einiges testen. Wo stehen Sie denn mit Green Sound Proving im Moment und was passiert jetzt als nächstes?
Also aktuell haben wir unser Modul gewissermaßen definiert. Es geht jetzt im nächsten Schritt dann in die Akustiktestung und im November ist jetzt von der CoVision Förderung einmal so ein Schlussupdate beabsichtigt. Das heißt aber nicht, dass wir natürlich da komplett fertig sind.
Bis dahin wollen wir aber gewissermaßen ein belastbares Modul haben mit entsprechenden Werten, mit Kennziffern und auch einer Idee, wo es stehen wird am Schluss. Das ist aber natürlich, also in der Architektur ist es eigentlich nie ein abgeschlossener Prozess.
Wir sind auch dran, das in andere Maßstäbe zu skalieren, verschiedene Produktionspartner zu finden, vielleicht auch andere Materialien noch zu testen. Und Ziel ist natürlich, dass möglichst viele oder ganz viele deutsche Städte, europaweite Städte daran interessiert sind und somit auch das kulturelle Leben gewissermaßen aufwerten.
Am Schluss kommt es uns allen zugute, weil wir sitzen alle gerne außen bei einem schönen Essen, guter Gesellschaft und möchten das auch weiter tun können.
Kommunale Sicht
Chiara Weiß hat beschrieben, wie Green Sound Proving später mal aussehen soll und wie ganz unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, von Gestaltung und Akustik bis hin zur Stadt. Genau diese kommunale Sicht wollte ich von Robert Gahr noch einmal genauer hören.
Also was muss so ein Modul eigentlich können, damit es später im öffentlichen Raum wirklich eingesetzt werden kann? Wir gucken uns natürlich so ein bisschen an, wie ist das Design? So ist es auch praktikabel für die Gastronominnen am Ende auch? Wir kennen ja die Bedürfnisse und Bedarfe.
Wir wissen auch, wie viel Geld ungefähr ein Gastronom für so etwas ausgeben würde. Dementsprechend können wir da so eine erste Einschätzung geben, ob der Entwurf in die Stadt nachsteuern muss. Am Ende soll ja auch ein Produkt rauskommen, das auch praktikabel ist, wofür sich auch Gastronominnen entscheiden würden, das zu kaufen oder auch vielleicht in die Stadtverwaltung.
Praktikabel heißt im öffentlichen Raum aber natürlich noch mehr, als dass das Modul bezahlbar ist und für die Gastronomie funktioniert. Es muss auch eine Reihe ganz konkreter Anforderungen erfüllen. Mehr muss auf jeden Fall schnell abbaubar sein. Das ist natürlich immer so ein Thema.
Außer dass man sich vorstellt, es passiert irgendwas in den Städten, da kann alles auch relativ schnell wieder weggebaut werden. Es muss natürlich je nachdem stets auf einem Parkplatz, das heißt in einem Außengastronomiebereich, der vorher ein Parkplatz war, der umgenutzt wurde.
Dann muss auch die Verkehrssicherheit eben gewährleistet sein. Es muss natürlich brandsicher sein. Es darf nicht einfach anzuzünden sein, wenn jemand vorbeiläuft, eine Kippe dran hält oder ein Feuerzeug. Dann muss die Standfestigkeit gegeben sein. Es muss wetterfest sein, weil im Endeffekt stehen Gastronomie hauptsächlich draußen, das ganze Jahr.
Es muss auf welcher Route einlagerbar sein. Es gibt noch ein paar andere Sachen, die ich noch gar nicht auf dem Schirm habe, weil natürlich Außengastronomiegebühren gewisse Anforderungen haben müssen. Dementsprechend ist es auch relativ komplex, so etwas herzustellen.
Einbindung der Stadt Mannheim
Und genau solche Anforderungen sollten bei Green Sound Proving eben nicht erst geprüft werden, wenn das Produkt schon fertig ist. Deswegen ist die Stadt Mannheim auch schon von Anfang an in die Entwicklung eingebunden. Also wahrscheinlich erst, sobald das Produkt fertig ist, dann geht man natürlich wenn wir es in den Verkauf bringen, dann kaufen wir es erst den Gastronomen.
Und dann merkt man: Oh, Moment mal, das passt vielleicht gar nicht mit den Gestaltungsrichtlinien, die wir in der Stadt Mannheim haben, überein oder in den verkehrssicherheitsrelevanten Bereichen. Obwohl im besten Fall wird sowas im Vorfeld ja geprüft.
Weil natürlich diese Gestaltungsrichtlinien, die wir auch gerade in Mannheim haben, sind natürlich wichtig bei der Gestaltung von solchen Möbeln. Von daher ist es in diesem speziellen Fall auch so wichtig, dass wir von Anfang an mit dabei sind.
Zukunft der Zusammenarbeit
Für Robert Gahr geht es dabei aber nicht nur um dieses eine Lärmschutzprojekt. Er sieht in solchen Kooperationen auch eine Möglichkeit, in Zukunft noch ganz andere Herausforderungen anzugehen.
Aber dementsprechend glaube ich, sind so Prozesse auch in Zukunft wichtig, weil wir die Städte auch einen gewissen Anspruch haben. Wie sollen die Städte gestaltet sein? Ob das jetzt ein Lärmschutz bei Nacht ist, ob das vielleicht der Hitzeschutz ist, der immer stärker wird und so weiter und so fort.
Da fallen mir, glaube ich, unzählige Beispiele ein, wo wir von vornherein, glaube ich, viel enger zusammenarbeiten müssen. Und am Ende auch die richtige Lösung für die Stadt zu finden. Und deswegen finde ich es, glaube ich, auch total gut, dass man solche Kooperationen in Zukunft weiterdenkt.
Ich glaube, da liegt auch so ein bisschen die Zukunft dieser Zusammenarbeit zwischen Staat, Zivilgesellschaft und eben auch Unternehmen.
Fazit
Bei Green Sound Proving kann man ziemlich gut sehen, wie Cross Innovation funktioniert. Wissen und Ansätze aus Architektur und Gestaltung, Akustik und Forschung, handwerklicher Umsetzung und kommunaler Praxis werden von Anfang an auf dasselbe Problem im Stadtraum übertragen und gemeinsam weiterentwickelt.
Wenn ihr euch jetzt fragt, wie so ein Modul eigentlich aussieht, im Artikel zur Folge auf detektor.fm findet ihr ein Foto davon. Und falls ihr die anderen drei Folgen noch nicht gehört habt und wissen wollt, was Rötchentüten mit Innovation zu tun haben und wie man KI-Fakes auf die Spur kommen kann, hört da doch gerne noch rein.
Die nächste Folge Machen statt Quatschen kommt am Dienstag. Bis dahin, mach’s gut. Skript Recherche und Moderation dieser Folge kamen von mir, Feline Klinger. Redaktionell unterstützt hat mich Stefan Ziegert. Das Sounddesign kommt von Benjamin Serdani. Produziert hat die Folge Tim Schmutzler.