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Betroffene des NSU-Terrors haben zusammen mit verschiedenen Initiativen das NSU-Tribunal ins Leben gerufen. Foto: Tobias Schwarz | AFP
Bild: Tobias Schwarz | AFP

Stadtgespräch | NSU-Tribunal in Chemnitz und Zwickau

Anklagen und Beklagen

Dieses Wochenende findet in Chemnitz und in Zwickau das NSU-Tribunal statt. Das möchte Betroffenen des NSU-Terrors eine Stimme geben und die strukturellen Bedingungen von Rassismus sichtbar zu machen.

Chemnitz und Zwickau – zwei Städte, die in letzter Zeit häufig im Zusammenhang mit Rechtsextremismus medial auf sich aufmerksam gemacht haben. Nun findet dort an diesem Wochenende das NSU-Tribunal statt. Dessen Ziel ist es, die Betroffenen von rassistischer Gewalt zu Wort kommen zu lassen, konkrete Missstände zu beklagen und Verantwortlichkeiten zu benennen.

Rassismus ignoriert

Mit dem Bekanntwerden der Taten des rechtsextremen NSU sind auch die behördlichen Verstrickungen in den Fall an die Öffentlichkeit gelangt. Angehörige der Mordopfer hatten schon lange vor der Selbstentarnung des NSU-Trios auf rassistische Hintergründe der Taten hingewiesen hatten – ihnen wurde von den ermittelnden Behörden aber nicht geglaubt. Die Polizei hat weiterhin einen Täter im Umfeld der Opfer gesucht. Diese Umstände haben verschiedene Initiativen dazu bewegt gemeinsam mit Betroffenen das Tribunal „NSU Komplex auflösen“ ins Leben zu rufen.

Wir haben die Stimmen der Opfer nicht gehört. – Hannah Zimmermann, Mitorganisatorin des NSU-Tribunals und Aktivistin bei „Offener Prozess“

Drittes NSU-Tribunal

Seit 2014 macht das Bündnis durch verschiedene Aktionen und Kooperationen mit renommierten Theatern auf sich aufmerksam. Dieses Wochenende findet nun schon zum dritten Mal seit 2017 das NSU-Tribunal statt. Hannah Zimmermann, eine der Organisatorinnen, lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz. Diese habe sich sehr wohlwollend gezeigt und die Arbeit des Bündnisses unterstützt. Die vielen Veranstaltungen des Tribunals werden vom 1. bis -3. November in Chemnitz und in Zwickau stattfinden.

Über die Hintergründe der Veranstaltung und über die diesjährigen Veranstaltungsorte Chemnitz und Stadt Zwickau hat detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde mit Hannah Zimmermann gesprochen. Sie ist eine Organisatorin des NSU-Tribunals und Aktivistin bei „Offener Prozess“, einer Initiative, die die Aufklärung der NSU-Taten in Sachsen vorantreibt.

Redaktion: Clara Schulze


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