DOK Leipzig 2016 | Dokumentarfilm „Happy“

Ungewöhnliche Liebe

03.11.2016

Die Filmemacherin Carolin Genreith erhält eine Nachricht von ihrem Vater aus Thailand. Er wird eine thailändische Frau heiraten, die jünger ist als sie selbst. Kann das wirklich Liebe sein? In dem Dokumentarfilm "Happy" will Carolin genau das herausfinden.

Die Geschichte hinter „Happy“ beginnt mit einer Postkarte aus Thailand, auf der zu lesen ist: „Meine Liebe, mir geht es gut hier, ich esse Pat Thai und trinke Chang Bier. Und ich habe eine Frau kennengelernt, die jünger ist als du. Liebe Grüße, Papa.“ Es klingt wie ein Aprilscherz, ist aber keiner.

Nach der Scheidung will Carolins Vater die Eifel hinter sich lassen und macht einen Urlaub in Thailand. Hier lernt er die junge Frau Tukta kennen und lieben. Seit drei Jahren hat Carolins Vater eine Frau, die jünger ist als sie selbst. Für die Filmemacherin ist das verständlicherweise eine sehr befremdliche Situation.

Ist das wahre Liebe?

Eines Tages erhält Carolin einen Anruf von ihrem Vater. Es wird ernst: Der Vater will Tukta heiraten. Ist das wirklich Liebe oder doch eher eine Zweckbeziehung? Hinter vorgehaltener Hand wird ihr Vater im Dorf schon als „Sextourist“ bezeichnet. Zahlreiche Fragen schwirren Carolin die ganze Zeit über im Kopf herum. Es müssen Antworten her.

Natürlich ist es noch so, dass, wenn man spazieren geht, man mit einem Klischee zusammen spaziert. Man merkt schon, dass es Blicke gibt, dass es da rattert, wenn sie meinen Vater mit seiner jungen, thailändischen Frau sehen. – Filmemacherin Carolin Genreith

Wie Carolins Mutter nach der Scheidung ihr Glück fand, erzählte ihr Debütfilm „Die mit dem Bauch tanzen“. Nun ist auch ihr Vater ein Protagonist in einer ihrer Filme. In dem Dokumentarfilm „Happy“ stellt sie sich den unerfüllten Sehnsüchten ihres Vaters und seiner Angst vor Einsamkeit im Alter. Während der Dreharbeiten lernen sich Tochter und Vater nochmal neu kennen und einander schätzen.

„Happy“ auf dem DOK Festival

„Happy“ ist ein sehr persönlicher Dokumentarfilm über Einsamkeit, das späte Glück und die Frage, was Liebe eigentlich ist. detektor.fm-Moderator Christian Eichler hat die Filmemacherin Carolin Genreith und ihren Vater Dieter Genreith gefragt, was sie dazu bewegt hat, eine sehr persönliche Geschichte in die Öffentlichkeit zu tragen, und warum ihr Vater da mitgemacht hat. Der Dokumentarfilm ist auf dem DOK Festival in Leipzig zu sehen und läuft im deutschen Wettbewerb.

studiogaeste-_doku_happy_skaliertWas ich nochmal mehr gelernt und erfahren habe, ist, dass es verschiedene Formen von Liebe und Beziehung gibt.Tukta, Dieter Genreith und Filmemacherin Carolin Genreithim detektor.fm Studio zu Gast. 

Redaktion: Linh Pham


Der Trailer zum Film