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DOK Leipzig ist das wichtigste Dokumentarfilmfestival Deutschlands und das älteste der Welt. DOK Leipzig | Presse
Bild: DOK Leipzig | Presse

DOK Leipzig 2019 | Es geht los …

Dokumentieren und diskutieren

Insgesamt 310 Filme aus über 60 Länder, mehrere Sonderreihen und ein neues Diskussionsformat stehen beim 62. DOK Leipzig auf dem Programm. Wie das Festival für Dokumentar- und Animationsfilm inzwischen aufgestellt ist, verrät unter anderem Intendantin Leena Pasanen.

Bewegte Zeiten – große Themen

Vor den großen Themen unserer Zeit schreckt das DOK Leipzig nicht zurück. Weder im Filmprogramm noch in der gesellschaftspolitischen Ausrichtung. Das hängt vor allem mit der derzeitigen Intendantin zusammen. Vor fünf Jahren eröffnete Leena Pasanen das erste von ihr verantwortete DOK Festival mit einem Film über die Veränderungen der Stadt Leipzig und ihrer sozialen Milieus, gerade während Legida und Pegida aufgekommen sind. Ihr aktuelles und letztes Jahr bei DOK Leipzig eröffnet Pasanen wiederum mit einem hochaktuellen Film. Die Doku „Das Forum“ thematisiert das Weltwirtschaftsforum und greift dabei den Klimawandel und den Generationenkonflikt auf.

In den vergangenen Jahren sind einige Entscheidungen von Intendantin Pasanen kontrovers diskutiert worden. Inzwischen sind die Spielstätten über die ganze Stadt verteilt und es gibt eine Quote für Filmemacherinnen. Pasanen ist vorgeworfen worden, mit der bisherigen osteuropäischen Traditionslinie des Festivals gebrochen zu haben. In diesem Kontext ist auch ihre finnische Herkunft thematisiert worden.

Dokus und Diskussionen

Neben den Entscheidungen der Intendantin sind insbesondere zwei Filme ins Kreuzfeuer geraten. Der letztjährige Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm ging an „Lord of Toys“, der eine Dresdner YouTuber-Clique zeigt. Während Kritiker die Filmszenen als zu ungefiltert rassistisch und frauenfeindlich sehen, hat die letztjährige Jury die Doku gerade dafür ausgezeichnet, ohne einen begleitenden Kommentator auszukommen.

I must say that I was really surprised of this kind of heated discussion. Or of the way how some people were already giving harsh criticisms of the film without even seeing it. – Leena Pasanen

Genau diese Kontroverse scheint Pasanen in diesem Jahr wieder aufzugreifen. Das Symposium „Wem gehört die Wahrheit? Der politische Gegner im Visier der Kamera“ eröffnet Pasanen selbst mit einem Beitrag zur Kommentarstimme und zur dokumentarischen Annäherung an Protagonisten. Das zweitägige Symposium ist ein neuer Programmpunkt des Festivals. Es versammelt verschiedenste Diskussionsrunden und Vorträge auf der Bühne.

Die auf jeweils fünf Jahre befristete Intendanz des DOK Leipzig übernimmt zum 1. Januar 2020 Christoph Terhechte, Filmjournalist und bisher Leiter des Filmfestivals Marrakesch.

Wofür das 62. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm inzwischen steht und was Besucherinnen und Besucher erwartet, besprechen die detektor.fm-Redakteure Jonas Junack und Oliver Haupt. Außerdem im Podcast: ein Interview mit DOK-Intendantin Leena Pasanen.

Redaktion: Nadja Häse


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