Festival für urbane Kunst: ibug 2018

Neue Dimensionen

24.08.2018

Die Industriebrachenumgestaltung, kurz ibug genannt, ist ein Streetart-Festival mit Traditionen. Doch die eine oder andere musste nun gebrochen werden. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr?

Die ibug findet mittlerweile zum 13. Mal statt. Neu ist allerdings, dass das Streetart-Festival in diesem Jahr nicht umgezogen ist. Wie im vergangenen Jahr findet es in Chemnitz statt.

Wir haben uns nie zum Ziel gesetzt, jedes Jahr aufs Neue umzuziehen. Es ist eher immer so gewesen, dass wir in anderen Städten kein zweites passendes Objekt gefunden haben. – Thomas Dietze, Projektleiter der ibug

Dauerhaft in Chemnitz zu bleiben sei aber nicht das Ziel. Doch die ibug ist gewachsen. Deshalb wollen die Macher des Festivals dieses Jahr nutzen, um einen finanziellen Puffer zu schaffen. Danach wollen sie wieder in kleinere Städte gehen.

Neue Dimensionen

Diesmal haben sich die Projektleiter für das Gelände der alten Nadel- und Platinenfabrik des VEB Kombinat Textima entschieden. Der alte Komplex wurde bereits in den 1920er-Jahren gebaut. Während der NS-Zeit wurden die eigentlichen Besitzer enteignet und das Gebäude erweitert, um Munition herzustellen. Es ist eine grausame Geschichte, die hinter der Kulisse für das Festival steckt. Diese Geschichte macht das Gebäude aber unverwechselbar und einzigartig. Und es stellt die Künstler vor so manche Herausforderung.

ibug wieder international

Über 120 Künstler wollten die alte Nadel- und Platinenfabrik in etwas Neues verwandeln. Dabei sind Künstler aus Deutschland, aber auch Großbritannien, Kanada, Mexiko, Brasilien, Russland und vielen weiteren Ländern vertreten. Gemeinsam haben sie etwa anderthalb Wochen Zeit gehabt, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Insgesamt fließen über 10 000 Arbeitsstunden in das Projekt ein. Ab dem 24. August 2018 kann die ibug besucht werden. Ab diesem Moment arbeiten die Künstler nicht mehr an dem Gelände.

detektor.fm-Redakteur Merten Waage hat die ibug vor dem Start besucht und einige Künstler bei ihrer Arbeit getroffen. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang erzählt er, was die Festivalbesucher in diesem Jahr erwartet.


Hier stellen wir außerdem fünf ausgewählte Künstler und ihre Arbeiten vor:

Galo Galvani

Galo Galvani ist Graffti-Künstler aus São Paulo, Brasilien. Für die ibug hat er die lange Anreise bis nach Chemnitz gerne in Kauf genommen – fast aber hätte er es gar nicht hierher geschafft. Denn sein Name wurde falsch aufs Flugticket gedruckt und kurzzeitig war nicht sicher, ob Galvani überhaupt kommen kann. Er hat’s dann aber zum Glück doch geschafft und das hat er auf der ibug geschaffen:

Hier geht zu Galo Galvanis Instagram & Website.

Ilana Pichon

Ilana Pichon stammt aus Québec in Kanada. Sie ist schon lange Künstlerin, hält sich aus der Öffentlichkeit allerdings lieber zurück. Grundsätzlich ist Pichon eher eine ruhige Person, sie spricht nicht viel. Mit uns aber hat sie auf der ibug 2018 gesprochen. Dort hat sie nämlich auf einer ihre vielen Reisen einen Zwischenstopp eingelegt, um einen eigenen Raum umzugestalten:

Mehr zu Ilana Pichon findet man auf ihrem Instagramaccount und auf ihrer Website.

Elmar Karla & Lapiz

Die beiden Künstler aus Deutschland waren schon auf dem diesjährigen MS Artville unterwegs. Dort hatten sie mit einem riesigen mehrschichtigen Kubus mit dem Namen „Create your own God“ für Aufsehen gesorgt. Und auch auf der ibug spielen sie eine wichtige Rolle: ihr Raum war während der Vorbereitungen noch abgeschirmt, niemand durfte ihn betreten. Was die beiden planen, haben sie uns erzählt:

Mehr Infos zu Elmar Karla findet man auf Instagram und auf seiner Website.

Mehr Infos zu Lapiz findet man auf Instagram und seiner Website.

Nikolaos Tsounakas

Nikolaos Tsounakas ist zum ersten Mal beim ibug-Festival. Eigentlich arbeitet er als Künstler und Grafiker in Athen. Natürlich hatte er sich auf die Erfahrungen hier in Deutschland gefreut – insbesondere aber wollte er mal typische regionale Gerichte probieren. Auf deutsche Würste musste Tsounakas während seiner Arbeit dann zwar verzichten, er ist aber trotzdem zufrieden mit seiner Arbeit um dem Festival an sich:

Mehr Infos zu Nikoloas Tsounakas findet man auf Instagram und Facebook.

Axolotl Collective

Axolotl Collective st ein dreiköpfiges Team aus Mexico. Mit ihrer Kunst wollen sie klassische Elemente ihrer Heimat in die Street-Art einfließen lassen. So haben ihre Kunstwerke immer einen regionalen, historischen oder politischen Touch. Für die ibug haben sie einen Feldarbeiter gemalt, dem Flügel gewachsen sind. So wirkt es, als würde er aus dem Fenster fliegen wollen.

Mehr Infos zu Axolotl Collective findet man auf Facebook und ihrer Website.



Tickets gewinnen

Für das zweite Festival-Wochenende vom 31. August bis zum 2. September verlosen wir Tickets. Ihr möchtet dabei sein? Dann schreibt uns eine Mail an kontakt[at]detektor.fm mit dem Betreff „ibug Tickets“, bitte Vor- und Nachnamen nicht vergessen. Bis Freitag, 31. August, 13 Uhr informieren wir die Gewinner per Mail.