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Foto: Kati Zubek | detektor.fm

N99 | Bernd Ulrich über Klimakrise und Generationenkonflikt

„Der bisher höflichste Konflikt“

In „Alles wird anders“ hält Bernd Ulrich der aktuellen Klimapolitik den Spiegel vor und fordert gesellschaftlichen Wandel. Wieso der aktuelle Generationenkonflikt anders ist als alle zuvor, erklärt Ulrich im Interview.

Bernd Ulrich, der Herausforderer

Geboren wird Bernd Ulrich 1960 in Essen. Er studiert Philosophie und Politikwissenschaft sowie Neue deutsche Literatur und Soziologie in Marburg und Essen. Von 1984 bis 1988 schreibt er für die Zeitschrift Graswurzelrevolution, anschließend leitet er das Büro des Fraktionsvorstands der Grünen im Deutschen Bundestag. Ab 1991 arbeitet Ulrich zunächst als freier Journalist und macht Stationen bei Wochenpost und Tagesspiegel.

Sein schriftstellerisches Debüt gibt Ulrich 2002 mit einer Biographie über Joschka Fischer. Ein Jahr später wechselt Ulrich als Leiter des Hauptstadtstudios und stellvertretender Chefredakteur zur Zeit. Ab 2007 leitet er dort das Politikressort. Bisher hat der preisgekrönte Journalist und Autor vier Bücher veröffentlicht, die sich hauptsächlich mit politischen Kontroversen beschäftigen.

Es handelt sich um einen materiellen Konflikt, der eher dem Klassenkampf oder dem Konflikt zwischen Kapital und Arbeit ähnelt, statt vorherigen Generationenkonflikten. – Bernd Ulrich

„Alles wird anders“ – worum geht’s?

Die ökologischen Widersprüche verschärfen sich, die politischen Auseinandersetzungen um Klimawandel, Artensterben, Ernährung, ja unsere ganze Lebens- und Produktionsweise werden härter. Die Ökologie ist endgültig kein Thema mehr unter anderem, sie wird zum zentralen Aggregatzustand der Politik. Hinzu kommt, dass klimapolitisch immer öfter Stunden der Wahrheit anstehen: Verkehrswende, Energiewende, Agrarwende – die Eingriffe, die nötig sind, um die Erderwärmung leidlich zu begrenzen, sind tief, die anstehenden Veränderungen werden reale Verlierer und Gewinner haben, sie bergen Chancen und Schmerzen. Kein Wunder, dass der Streit nun ins politische Zentrum rückt und alle anderen Themen neu beleuchtet – von der sozialen Gerechtigkeit bis zur Demokratie und den Menschenrechten.

Die politische Kultur des Landes ist darauf nicht vorbereitet. Immer noch wird nicht nach einer Politik für die Probleme gesucht, sondern umgekehrt: Die Probleme werden so zurechtgestutzt, dass sie auf die Politik passen, die wir kennen. Diese Verdrängung der ökologischen Herausforderung aber neurotisiert unsere Gesellschaft. Bernd Ulrich zeigt, wie es gelingen kann, diese Blockade zu überwinden und neue Freiheiten und neue Zuversicht zu gewinnen. – Kiepenheuer & Witsch

Über Klimapolitik und den aktuellen Generationenkonflikt spricht Bernd Ulrich mit detektor.fm-Moderator Philipp Weimar.


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