N99 | Lea Sauer über Stadtspaziergängerinnen

„Einfach machen“

In „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“ eröffnen dreißig Autorinnen einen weiblichen Blick auf die Stadt und ihre Geschichten. Wie sie den Titel gewählt haben und warum der Sammelband eine Lücke füllt, verrät Mit-Herausgeberin Lea Sauer im Interview.

Özlem Özgül Dündar / Ronya Othmann / Mia Göhring / Lea Sauer - Flexen. Flâneusen schreiben Städte

Flexen. Flâneusen schreiben Städte

Özlem Özgül Dündar / Ronya Othmann / Mia Göhring / Lea Sauer

(Verbrecher Verlag, bereits erschienen)

Lea Sauer: Deutsch – Französisch – Kunst

Autorin, Wissenschaftlerin und Journalistin – Lea Sauer beherrscht sämtliche Formen der Schreibkunst. Seit 2015 studiert Sauer am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, parallel zu ihrer Promotion in französischer Literaturwissenschaft an der Universität Siegen. Davor hat Sauer ein halbes Jahr als freie Redakteurin und Content Managerin in Paris gearbeitet, Zwischenstopps in Finnland und Guadeloupe eingelegt und an der Universität Siegen ein Lehramtsstudium für Deutsch, Französisch und Kunst abgeschlossen. Die 32-Jährige Siegenerin lebt inzwischen in Leipzig und hat in mehreren Anthologien veröffentlicht. 2016 hat sie als Stipendiatin am 20. Klagenfurter Literaturkurs und am 4+1 Festival – Treffen junger Autorinnen und Autoren am Schauspielhaus Leipzig teilgenommen. Sauer schreibt unter anderem für Edition Onepage, SuKultur, BBC Radio und ZEIT Online.

Wir haben sehr oft darüber gesprochen, warum gerade Stadtliteratur so hetero-weiß-männlich gesetzt sind und auch uns selbst so wenige Frauen einfallen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. So sind wir auf diese Lücke gekommen, die wir gerne auffüllen wollen. Vor allem haben wir Texte ausgewählt, die uns selbst überrascht haben. – Lea Sauer, Autorin und Wissenschaftlerin

„Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“ – worum geht’s?

Flex|en, das, – kein Pl.: 1. trennschleifen 2. biegen 3. Sex haben 4. das Variieren der Geschwindigkeit beim Rap 5. die Muskeln anspannen 6. seine Muskeln zur Schau stellen 7. Flâneuserie

In 30 verschiedenen Texten mit 30 verschiedenen Perspektiven auf Städte, alle geschrieben und erlebt von Frauen*, PoC oder queeren Menschen. Texte, die beweisen, dass das Flexen, die Flâneuserie endlich ernst genommen werden muss. Die Figuren in der Anthologie streifen durch Berlin, Paris, Jakarta, Istanbul und Mumbai. Sie erzählen uns u. a. davon, wie eine Frau mit Kinderwagen die Großstadt erlebt, eine Frau eine Großdemonstration in Dresden miterlebt, wie Flanieren in Indien schon Aktivismus bedeutet, wie sich die Geschichte in den Ort einschreibt und manchmal wird die Stadt sogar selbst zur Figur. – Verbrecher Verlag

Warum die Geschichten im Sammelband gar nicht unbedingt der Vorstellung des Spaziergangs mit Stock entsprechen erzählt Lea Sauer im Interview mit detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop.


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