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Kurzprosa wird nur selten gekauft. Foto: George Rudy | shutterstock.com
Bild: George Rudy | shutterstock.com

Seite 37 | BONUS: Kurzprosa

Nur zweite Wahl im Bücherregal

Kurzprosa führt ein Schattendasein auf dem deutschen Literaturmarkt. Sie wird nur selten veröffentlicht und hat schwache Absatzzahlen. Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir die Gründe dafür diskutiert.

Kaum Kurzprosa auf dem Markt

Auf der Suche nach aktuellen Beispielen für Kurzprosa auf dem deutschen Buchmarkt muss man oft lange und tief graben. Nur selten veröffentlichen Verlage Erzählungen und andere kurze Geschichten deutscher Autoren. Über Gründe lässt sich nur mutmaßen.

Im Laufe der Zeit hat es immer wieder Hochphasen kürzerer Formen gegeben, wie die Novellen im 20. Jahrhundert oder die Kurzgeschichten von Kafka, Borchert oder Brecht. Dennoch hat die Kurzgeschichte in der deutschen Literaturtradition eine schlechtere Stellung. Während es in Amerika eine durchgängige Tradition der Short Story gibt, ist in Deutschland der Roman zur alles bestimmenden Form geworden.

Sternstunden der Kurzprosa

Natürlich gibt es immer wieder auch Hoffnungsschimmer für die Erzählungen auf dem Literaturmarkt. Zum Beispiel hat Alice Munro, die als Meisterin der Kurzgeschichte gilt, 2013 den Nobelpreis für Literatur bekommen. Ein jüngeres Beispiel ist der durchschlagende Erfolg Kristen Roupenians „Cat Person“, die als obligatorische Kurzgeschichte im Magazin New Yorker erschienen ist. Und auch im deutschen Sprachraum gibt es immer wieder Veröffentlichungen, die sich überraschend gut verkaufen, wie beispielsweise Judith Hermann.

Andere Orte der Literatur

Die Kurzgeschichte, die Erzählung oder andere Formen der Kurzprosa scheinen ihr Zuhause im Dichterwettstreit gefunden zu haben. Der älteste und in der Literaturwelt mit anerkannteste sind wohl die Tage der deutschsprachigen Literatur. Hier können Autoren zwar auch aus unveröffentlichten Romanmanuskripten lesen, aber die in sich geschlossene Geschichte genießt höheres Ansehen.

detektor.fm-Redakteur Thilo Sauer hat sich der Kurzprosa angenommen und berichtet den Seite 37-Moderatoren Franzi Wilhelm und Claudius Nießen, was er erfahren hat.


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