Adventskalender Türchen 15: The Franklin Electric

Schmerz und Herrlichkeit

15.12.2015

The Franklin Electric sind der jüngste Import aus dem kanadischen Musik-Sammelbecken Montreal. Ihr Folk-Pop ist traurig und erhebend zugleich. Kein Wunder – ihre Vorbilder suchen sich die vier Kanadier unter anderem im US-amerikanischen Soul.

The Franklin Electric zu Gast im detektor.fm-Studio. Foto: detektor.fm

The Franklin Electric - This Is How I Let You Down

This Is How I Let You Down

The Franklin Electric

(Revolver Distribution Services, bereits erschienen)

Wer in der US-amerikanischen Musikhauptstadt Nashville einen Songwriter-Wettbewerb gewinnt, könnte sich das ruhig zu Kopf steigen lassen. Die kanadische Band The Franklin Electric hat es 2012 geschafft, sich bei so einem Wettbewerb gegen über 8000 Mitbewerber durchzusetzen. Auch wenn Sänger Jon Matte betont, dass das kein großes Ding gewesen sei, war es doch der eigentliche Startschuss für The Franklin Electric.

Die vierköpfige Band stammt aus Montreal – der kanadischen Stadt, die der Rolling Stone vor einer Weile zur neuen Brutstätte für tolle, innovative Musik ausgerufen hat. Spricht man sie auf ihre Heimatstadt an, hört man direkt, dass es The Franklin Electric dort ziemlich gut gehen muss.

Es ist ein besonderer Ort. Es gibt eine Menge kreativer Leute da. Toronto ist auch cool, aber Montreal hat etwas einzigartiges. Die Stimmung ist sehr kreativ, gerade im Sommer, aber auch im Winter kann man sich wunderbar zu Hause vor dem bitterkalten Wetter verkriechen und an seiner Kunst arbeiten.

Erhebender Soul als Einfluss

Bei aller Liebe zur Heimat: Die Einflüsse, aus denen The Franklin Electric schöpfen, kommen vor allem von US-amerikanischen Künstlern. Besonders Sänger Jon Matte hat sich einige absolute Hochkaräter der US-Musikgeschichte als gesangliche Vorbilder auserkoren. Er nennt Frank Sinatra und Jeff Buckley, vor allem aber den Soulsänger Otis Redding. Black Music spielt für Jon Matte eine große Bedeutung und bringt Aspekte davon auch bei The Franklin Electric ein.

Ich war immer schon sehr interessiert an afroamerikanischer Musik und Black Music aus den Staaten. Es geht um Entbehrungen, gleichzeitig ist da aber auch eine gewisse religiöse Herrlichkeit. Das ist sehr erhebend, aber natürlich steckt dahinter eine lange, schmerzvolle Geschichte. Die kann ich natürlich nicht vollkommen nachempfinden, aber ich glaube, wir Menschen können alle irgendwie einen Zugang zu dieser ’schmerzvollen Herrlichkeit‘ finden.

Heute im akustischen Adventskalender: „Unsatisfied“ von The Franklin Electric – live und akustisch eingespielt bei uns im detektor.fm-Studio.

Im September waren The Franklin Electric zu Gast im detektor.fm-Studio. Die komplette Session gibt’s hier.

Redaktion: Vincent Rassfeld