Album der Woche: Chvrches – The Bones Of What You Believe

23.09.2013

Dieses Jahr hatte ja schon einige gehypte Newcomer-Acts zu bieten: Bands wie MS MR, AlunaGeorge und HAIM haben schon Konzerte ausverkauft, bevor es überhaupt ein Album gab. Gleiches gilt auch für die schottische Band Chvrches. Ihr Debütalbum „The Bones Of What You Believe“ ist jetzt erschienen.

Martin Doherty, Lauren Mayberry und Iain Cook sind Chvrches. (Foto: Eliot Hazel)

Album der Woche: Chvrches - The Bones Of What You Believe

Music For The Masses heißt ein sehr erfolgreiches Album der sehr erfolgreichen Synthiepop-Band Depeche Mode aus dem Jahr 1987. Der Titel bezieht sich zum einen auf Menschenmassen, zum anderen kann es sich bei „mass“ auch um die Messe in der Kirche handeln. Ob das die Band Chvrches bei ihrer Namensfindung im Hinterkopf hatte, ist nicht bekannt. Dass Depeche Mode bei der musikalischen Orientierung der Band Pate standen, ist hingegen ziemlich offensichtlich.

Spontane Bandgründung 2011

Chvrches sind Iain Cook, Martin Doherty und Lauren Mayberry. Alle drei waren vorher schon in anderen Bands aktiv, man kannte sich aus der Musikszene in Glasgow. Eigentlich sollte Mayberry nur bei einigen Songs des Produzenten Iain Cook singen. Aber die Zusammenarbeit klappte so gut, dass sie sich entschlossen, eine Band zu gründen.

Mit der Veröffentlichung ihrer Debütsingle The Mother We Share kam schmell die Aufmerksamkeit der Medien und Labels. Ihre Erfahrungen aus dem Musikbusiness half ihnen bei der Labelsuche, erzählt Sängerin Mayberry.

Als wir ein Label gesucht haben, wussten wir schon, wie wir als Band rüberkommen wollten. Wir haben dann eine Weile gebraucht, aber das war gut, denn so konnten wir in Ruhe überlegen und mussten die Entscheidung nicht übers Knie brechen. Wir haben Leute gesucht, die uns bei unserer Karriere helfen und nicht nur aufs schnelle Geld aus sind. Ich glaube, wir haben ein Label gefunden, dass an die Band und an das Album glaubt.

Album hält was Singles versprochen haben

Ihr Debütalbum The Bones Of What You Believe hält was die vorab zu hörenden Stücke Recover und Gun versprochen haben. Die Songs sind unwiderstehliche Popnummern mit eingängigen Melodien aus schimmernden Synthesizern, übersteuerten Elektro-Samples und Lauren Mayberrys niedlicher aber kühler Stimme. Das Ganze dann noch großzügig mit Halleffekt aufgemotzt und fertig sind die Radiohits. Die Sängerin betont, dass alle Songs des Albums wichtig sind und nicht nur als Füllmaterial neben den Hits stehen.

Wenn man nur einen guten Song hat und der Rest ist nur schnell zusammengezimmert, um ein Album fertig zu machen, merken die Leute das. Für uns war es immer wichtig, dass alle Melodien, die Instrumentierung usw. eine Bedeutung haben und dass es authentisch ist. Wir machen das nicht, um einer bestimmten Zielgruppe zu gefallen. Bis wir angefangen haben, Shows zu spielen, hatten wir keine Ahnung, was für Leute sich für unsere Band interessieren. Wir haben einfach losgelegt und geschaut, was passiert.

Neues Hobby: Tischtennis

Passiert ist schon einiges: ausverkaufte Konzerte in Europa und den USA, jede Menge Festival- und Fernsehauftritte. Viel Zeit für andere Dinge bleibt da nicht mehr, aber das sehen die Musiker ganz pragmatisch. Man sucht sich einfach andere Hobbies erzählt Keyboarder Martin Doherty. Tischtennis zum Beispiel könne man auf jedem Festival spielen und er möchte ab sofort jeden Tag trainieren, um bald der Beste zu werden.

Alle Festivals haben Tischtennisplatten und in fast jeder Band gibt es einen, der sich für den besten Tischtennisspieler hält. Ich hab gehört Win Butler von Arcade Fire ist der Beste. Ich bin zwar noch nicht gut genug, aber wir nehmen eine Platte mit nach Amerika und dann spielen wir jeden Tag bis ich unschlagbar bin.

Ohrwürmer am Fließband

Für den Rest des Jahres heißt es für Chvrches aber erst mal, die Sampler und Synthesizer eingepackt und den tanzwütigen Konzertgängern ein paar Ohrwürmer verpasst. Denn davon gibt es auf The Bones Of What You Believe mehr als genug. Synthie-Pop ist auch 2013 immernoch „Music for the masses“.