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Bild: Foto: | Perry Gibson

Album der Woche | Nérija – Blume

Geballtes Talent

In London brodelt die junge Jazzszene und bringt am laufenden Band spannende Acts hervor. Einige davon spielen unter dem Projektnamen Nérija zusammen. Mit einer EP haben Nérija 2016 schon viel Aufsehen erregt. Ihr erstes Album heißt „Blume“ und ist ein eindrucksvoller Nachweis des darauf geballten Talents.

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Im Jazz müsse man als Frau zehn Mal besser spielen als die Männer, um ernst genommen zu werden. Das sagt Shirley Tetteh, Gitarristin bei Nérija. Für sie kein Problem und auch nicht für ihre MitmusikerInnen. Alle Mitglieder des größtenteils aus Frauen bestehenden Septetts sind Teil der äußerst vitalen Jazz-Szene Londons. Dabei sind unter anderem die Saxofonistin Nubya Garcia – vielbeschäftigte Gastmusikerin und mit ihrer eigenen Band Maisha erfolgreich. Außerdem die Trompeterin Sheila Maurice-Grey vom Afrobeat-Kollektiv Kokoroko. Für Nérija vereinen sie ihre Talente und wie bei allen guten Supergroups ist das Resultat mehr als die Summer der Einzelteile.

Tomorrow’s Warriors

Ein nicht zu vernachlässigendes Einzelteil in der Geschichte von Nérija ist die Jazzinitiative Tomorrow’s Warriors. Die hat sich auf die Fahnen geschrieben, mehr Diversität in den Jazz zu bringen. Und das scheint ihr gut zu gelingen, Gründer Gary Crosby hat nach zahlreichen anderen Auszeichungen kürzlich die Queens Medal for Music bekommen. Und zwar als erster Musiker, der nicht aus dem klassischen Bereich kommt. Die Initiatve Tomorrow’s Warrior und ihre Schüler haben einen großen Anteil an der derzeit so gefeierten Jazzszene Londons. Viele der mittlerweile bekannten Namen haben dort angefangen, haben gemeinsam gejammt und sich vernetzt. So auch die Mitglieder von Nérija. Mit ihrer selbstbetitelten EP haben sie 2016 direkt einige Preise als beste Newcomer eingeheimst. Das erste Album Blume haben Nérija zusammen mit Kwes produziert, der schon bei Pusha T oder Solange an den Reglern saß.

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Die Musiker verbinden unterschiedliche Spielarten des Jazz mit Afrobeat, Soul, Funk, ein bisschen HipHop. Sie spielen dicht verzahnte Kompositionen, bei denen sich die Bläserinnen die Bälle zuspielen. Die Band wechselt Tempo und Richtung, groovt dann wieder gemeinsam: lässig, eingängig und voller Enthusiasmus. In EU (Emotionally Unavailable) battlen sich Gitarre und Blasinstrumente, während in Last Straw das Schlagzeug die anderen Instrumente in fast halsbrecherischem Tempo vor sich her treibt.

Ansteckende Energie

Die Spielfreude springt aus jeder Note und aus jedem Riff. Keine Frage, hier sind gute Freunde am Werk, die sich gegenseitig unterstützen, aber auch herausfordern. Blume fängt die ansteckende Energie und gewinnende Dynamik von Nérija bestens ein. Die Band sollte man sich bei nächster Gelegenheit unbedingt auch live anschauen.