Album der Woche: Rogue Wave – Nightingale Floors

22.07.2013

Als Zach Schwartz seinen Job in der IT-Branche verloren hatte, dachte er sich wohl „jetzt mach ich mal was ganz anderes“ und gründete die Band Rogue Wave. Mittlerweile ist das fünfte Album der Band mit dem Titel „Nightingale Floors“ erschienen.

Katzenfreunde Rogue Wave haben ihr fünftes Album “Nightingale Floors” veröffentlicht. (Foto: Terri Loewenthal)

Rogue Wave heißt auf Deutsch Monsterwelle. Mit der gespenstischen Zerstörungskraft einer solchen Welle hat die Musik von Rogue Wave allerdings nicht viel gemein. Sie ist, um mal bei Meeresvergleichen zu bleiben, eher wie ein angenehmes, gleichmäßiges Rauschen.

Begonnen haben Rogue Wave Anfang der 2000er als Soloprojekt des Sängers und Songschreibers Zach Schwartz. Er verließ seine kalifornische Heimat Richtung New York, um ein paar Songs mit einem Freund aufzunehmen. Als er einige Zeit später zurückkehrte, hatte er das Material für Rogue Waves Debütalbum in der Tasche. Um seine Songs auch live spielen zu können, suchte er sich flugs ein paar Mitstreiter und Rogue Wave waren geboren.

Zurück zum hymnischen Indierock

Mit ihrem letzten Album Permalight wagten Rogue Wave einen Ausflug in Synthesizer-lastiger Elektropop. Für ihre neue Platte Nightingale Floors haben sie sich ein neues Label gesucht. Und sie spielen wieder das, was sie am besten können: eingängigen, fast hymnischen Indierock.

Der Albumopener No Magnatone nimmt den Hörer mit klimperndem Gitarrengezupfe an die Hand. Bei College klackern die Schlagzeugstöcke hektisch, die akustischen Gitarren werden enthusiastisch in Dur gespielt und überdecken die leicht depressiven Texte.

Man muss loslassen können

Auf der Platte geht es um das Loslassen-können, sagte Sänger Zach Schwartz in einem Interview, und dass manche Stücke wie eine Therapie für ihn waren. Dazu zählt auch der 7-minütige Abschlusssong Everyone wants to be you. Den hat Sänger Zach Schwartz seinem 2011 verstorbenen Vater gewidmet.

Auf Nightingale Floors spielen Rogue Wave freundlichen und zugänglichen Indierock der Marke Shins und Band of Horses. Überraschend oder grandios ist das nicht unbedingt. Aber so ein lauer Sommerabend am Strand ohne gefährliche, aus dem Nichts auftauchende Monsterwellen hat ja auch was.