Album der Woche: The National – Trouble Will Find Me

21.05.2013

Als The National ihre neue Single „Demons“ ankündigten, waren alle gespannt. Und dann bekamen wir genau das, was wir erwartet haben. Genau so vertraut klingt auch ihr neues Album „Trouble Will Find Me". Beim genauen Hinhören hat sich dann aber doch etwas verändert.

The National - Trouble Will Find Me

Trouble Will Find Me

The National

(4ad/Beggars Group, bereits erschienen)

Drei Jahre nach ihrem letzten Album High Violet gibt es wieder Neues von The National aus Brooklyn, New York. Neues, das vertraut nach Altem klingt. Als hätten sie gesagt: „Wir nehmen das, was wir am besten können und packen noch eine Schippe Selbstsicherheit und Klarheit dazu.“

Trouble Will Find Me heißt ihr neues Werk und verrät schon im Titel, dass sie sich nicht länger von schlechten Gefühlen übermannen lassen werden. Vielmehr stellen sie sich Herausforderungen gegenüber, akzeptieren ihre Schwächen als Teil des Lebens.

Familienbande

Ihr sechstes Album scheint im Vergleich zu vergangenen harmloser. Es fehlen die Songs, in denen Sänger Matt Berninger sich verliert. Aber spätestens nach mehrmaligem Hören entdeckt man die Brisanz der neuen Stücke. „Baby you gave me pain and tears“, singt Berninger zart, ganz ohne Vorwurf, einfach nur wie eine Feststellung am Ende der Ballade This Ist The Last Time.

Die Frauenstimme im Hintergrund gehört der Sängerin St. Vincent, mit ihr haben The National nicht zum ersten Mal zusammengearbeitet. Auch Sufjan Stevens, Sharon van Etten und andere befreundete Musiker hat sich die Band ins Studio geholt.

An Trouble Will Find Me haben aber nicht nur Freunde, sondern auch Verwandte mitgewirkt. Im Booklet gibt es Kunst von verschiedenen Künstlern zu sehen, darunter ist auch ein Bild von Matt Berningers Mutter Nancy. Und auch sein Bruder Tom ist seit einiger Zeit mit der Band unterwegs. Während ihrer Tour zu High Violet sollte er als Tour-Assistent eine Dokumentation über die Band drehen. Am Ende ist es ein sehr ehrlicher Film über The National aber vor allem um die Brüder Berninger geworden.

Vertraute Freunde

Matt Berninger versteht sich heute mit seinem Bruder so gut wie nie und er geht voll in seiner Vaterrolle auf. Und das hört man ihm auch an. Seine Texte sind klarer denn je und sein Barriton klingt noch tiefer. Ganz so als wäre Ruhe eingekehrt in sein Leben.

Mit The National ist es wie mit vertrauten alten Freunden. In den ersten Jahren überrascht und beeindruckt man sich immer wieder, lernt von einander und teilt die emotionalsten Momente. Mit den Jahren genießt man dann irgendwann vor allem das Gefühl, sich auf den anderen verlassen zu können und zu merken, dass man miteinander älter wird. Es lohnt sich bei Trouble Will Find Me ganz genau hinzuhören. Die Zeiten scheinen sich beruhigt zu haben dennoch sind sie nicht weniger bedeutend.