Album der Woche: Toy – Join The Dots

02.12.2013

Seit die Band Toy 2010 ihre ersten Songs veröffentlichte, sind die einschlägigen Medien voll des Lobes für ihren Mix aus psychedelischem Shoegaze-Pop und Krautrock. Ausverkaufte Headliner-Konzerte und Auftritte im Vorprogramm von Placebo - Toy sind bereit für die großen Bühnen.

Psychedelia, Postpunk und Krautrock sind die musikalischen Koordinaten der Band Toy (Foto: PR).

Sie wollen jedes Jahr ein Album veröffentlichen, ließ die englische Band Toy in einem Interview verlauten. Das war letztes Jahr im September als ihr selbstbetiteltes Debüt erschien. Heute kann man feststellen: Plan erfüllt, denn in dieser Woche erscheint mit Join The Dots Album Nummer zwei.


Das Album der Woche wird präsentiert von Sonos – das Wireless Hifi-System.


Stichwort Rock aus Deutschland – da denken die meisten wohl als erstes an die Ärzte oder die Toten Hosen. Dass junge Musiker aus England diese Bands in 40 Jahren mal als ihre Einflüsse aufzählen werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Ganz anders sieht das mit Musik aus Deutschland von vor 40 Jahren aus, also Anfang der 70er. Der Krautrock von damals erfreut sich ja seit einiger Zeit wieder großer Beliebtheit, vor allem bei besagten jungen Musikern aus anderen Ländern. Neustes Beispiel ist die Londoner Band Toy.

Die Band ist tot, es lebe die Band

Hervorgegangen ist Toy aus den verhinderten Indiestars der Band Joe Lean and the Jing Jang Jong. Die hatten 2008 ein paar Singles draussen und jeder hatte schon die berühmten drei Worte das „nächste große Ding“ auf den Lippen. Das Debütalbum wurde dann aber kurzfristig zurückgezogen und die Band löste sich auf. Die beiden Gitarristen und der Bassist gründeten daraufhin Toy.

Um Schlagzeug und Keyboard erweitert machten sich Toy daran, die Bühnen der Welt zu erobern. Mit einem Sound zwischen Psychedelia, Postpunk und eben Krautrock sorgten sie für erwartungsfreudiges Hufescharren in den einschlägigen Medien. Im September 2012 erschien das Debütalbum des Quintetts.

Jedes Jahr ein neues Album

Mit Join The Dots legen Toy nun also in zügigem Tempo nach. Im Gegensatz zum Debüt haben sie auf Eisnebel und Laser im Studio verzichtet. Damals wollten sie die Atmosphäre eines Konzerts nachempfinden, um beim Aufnehmen in der richtigen Stimmung zu sein. Dieses Mal haben sie mehr experimentiert und sich mit Sounddetails beschäftigt. Neben Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard kommt zum Beispiel auch ein Teremin zum Einsatz. Dazu der unaufdringliche, stets leicht verschwommene Gesang von Tom Dougall.

The Byrds und Neu! standen Pate

Beim Albumopener Conductor werden gefühlt mindestens fünf verzerrte Gitarren übereinandergelegt während Bass und Schlagzeug stoisch vor sich hinpulsieren. In You Won’t Be The Same erklingen Harmonien, verfremdeter Backgroundgesang und klingelnde Gitarren als hätten Roger McQuinn und die Byrds persönlich Pate gestanden.

Shoegazer-Dreampop zum Haareschütteln

Auf Join The Dots ziehen Toy ihren psychedelischen Shoegazer-Pop zum Haareschütteln noch konsequenter durch als auf dem Debüt. Sie errichten lärmenden Keyboard- und Gitarrenwände und verlieren sich in ausufernden Instrumentalteilen. Can, Neu! oder Amon Düül hätten ihre Freude daran.